Montag, 25. April 2016

Über Aquis submersus

Storm schrieb die Novelle Aquis Submersus früher als den Schimmelreiter. Er brachte die Erzählung zunächst in einer Zeitschrift heraus, in der deutschen Rundschau. Sie erschien 1876. Später erschien die Novelle in veränderter Form als eigenständiges Buch. Dies war 1877 der Fall. 

Die Novelle stammt aus der Feder von Theodor Storm, der für seine Novellen mit einem heimatlichen Bezug bekannt war. Die Entstehung und Veröffentlichungszeit der Novelle fällt in die Epoche des Realismus, wofür es auch zahlreiche Hinweise gibt. Zwar sind die Erzählperspektiven der Binnenhandlung und der Rahmenhandlung beide in der Ich Perspektive angesiedelt, dennoch kann man die Novelle dem Realismus zurechnen: Die Handlung wird so objektiv dargestellt wie es nur möglich ist und die damalige Zeit mit all ihren Schwierigkeiten und politischen Unwegbarkeiten wird in der Novelle aufgegriffen. Trotz des hochemotionalen Inhalts der Novelle beschränkt sich Storm auf eine Darstellung, welche im Rahmen bleibt und somit auch als realistisch bezeichnet werden kann. 

Storms aufwändige und komplizierte Rahmenkonstruktion erlangt große Aufmerksamkeit. Diese Rahmenkonstruktionen für die Novellen wendete er häufiger an, sie ist auch im Schimmelreiter zu finden: Genau wie im Schimmelreiter schafft es Storm auch bei Aquis submerus eine Verbindung zwischen der Binnenhandlung und der Rahmenhandlung her zu stellen, indem er beide Handlungsteile an einem gemeinsamen Ort stattfinden lässt.  Bei Aquis submersus ist es die Koppel bei dem Pfarrhaus in dem Dorf nahe der Stadt, welche man als Husum sehen kann. Beim Schimmelreiter ist es der Dorfkrug, in dem der Ich Erzähler I einkehrt und die Geschichte des Deichgrafen durch den Schulmeister erzählt bekommt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen