Mittwoch, 2. März 2016

Aquis submersus Sprache

Sprache

Die Sprache lässt sich nicht einfach in einem Zuge beurteilen, sondern man muss berücksichtigen, dass mehrere Jahrzehnte, wenn nicht gar mehrere Jahrhunderte zwischen der Handlung im Rahmen und der Binnenhandlung liegen.

Unterschiedliche Sprachgestaltung in der Rahmenhandlung und in der Binnenhandlung

Storm macht bewußt Unterschiede zwischen der Binnenhandlung und der Rahmenhandlung, wenn es darum geht die sprachliche Gestaltung vor zu nehmen. Während er in der Rahmenhandlung eine (damals) zeitgemäße und normale Sprache verwendet, erkennt man in der Binnenhandlung sehr deutlich, dass man sich in einer anderen, einer längst vergangenen Zeit befindet. Hier benutzt er auch Worte, die so nicht mehr im Sprachgebrauch zu finden sind. Das mittelalterliche Wort Junker zum Beispiel, welches man zu Storms Lebzeiten nicht mehr unbedingt im alltäglichen Sprachgebrauch der Mitmenschen fand.

Sozialer Stand und Sprache

Man kann an der Sprache der in der
Binnenhandlung handelnden Personen zudem ablesen, dass sie sich in einer höheren Gesellschaftsschicht befinden. Zwar ist die Sprache altertümlich und unmodern gehalten, aber sie ist als gehobene Sprache zu bezeichnen. Die Schwester des neuen Burgherren ist ja auch von einem hohen sozialen Stand, wie man auch der Tatsache ablesen kann, dass sie auf einem großen Gut leben.


In der Kneipe, wo sich auch die Junker mit dem Maler Johannes treffen, findet man ein anderes sprachliches Mileu vor. Hier ist die Sprache rau und sehr maskulin.

Sprache in der Novelle

Die Novellen an sich haben es an sich, dass sie eine möglichst klare Sprache benötigen. Auf Grund ihrer Kürze und der besonderen Struktur kann sich eine Novelle keine großen Sprachlichen Besonderheiten leisten. Die Novelle zeichnet sich grade durch die Darstellung eines unerhörten Ereignisses aus, so dass es nötig ist dies auch sprachlich dar zu stellen. In Aquis submersus ist die Sprache einfach und ohne besondere Höhen und Tiefen.

Latein in Aquis submersus

Die Sprache der Novelle ist sehr einfach gehalten - Jedoch sagt ja bereits der Titel, dass man es hier mit lateinischen Begriffen zu tun hat. Diese fand man früher vor allem im Bereich der Kirche vor. Hier war das Latein nicht mehr weg zu denken aus dem sprachlichen Alltag und wurde in vielen Teilbereichen verwendet. Die Novelle beinhaltet aber keine lateinischen Passagen oder längere Textstellen in Latein. Somit war sie auch für Leser ohne einen intensiven -Lateinwortschatz lesbar. Zu Storms Zeit kannten sich ja auch die wenigsten Leser der Novelle mit der lateinischen Sprache aus. Für Storm als Juristen gehörte sie zur Grundausbildung dazu. 

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