Sonntag, 10. Januar 2016

Der Schimmelreiter Orte und Personen und biographische Züge

Storm war erklärter Gegner der Religion und vom Aberglauben. Er mochte zwar Sagen, jedoch war ihm die hysterische Hörigkeit seiner Zeitgenossen der Kiriche und den Wahrsagern gegenüber oft zuwider
Die Orte in der Novelle kann man in der heutigen Zeit noch finden. Schlendert man durch die Hattstedter Marsch und den heutigen neuen Hattstedter Koog, so kann man erahnen, dass sich möglicherweise hier die Handlung vollzogen haben könnte. Das Gehörft des Deichgrafen Hauke und seiner Frau Elke scheint man in dem Hof des damals existierenden Deichgrafen Johann Iwersen-Schmidt wiederzuerkennen, genau so wie einige Personen des Hofes. Diese hatte, wie im Schimmelreiter auch, eine behinderte Tochter. Real gibt es heute einen ca 1200 ha großen Hauke Haien Koog, der sich zwischen Fahretoft und Ockholm befindet, im nördlichen Nordfriesland.
Eine ebenfalls real existierende Person, die im Schimmelreiter aufgeführt wird, ist die Person des Hans Momsen aus Fahretoft. Hauke Haien hat Züge von Hans Momsen, der als Mathematiker und Techniker im ersten Teil der Novelle erwähnt wird. Er baute viel selbst, unter Anderem Orgeln und Teleskope. Der lebte zwischen 1735 und 1811 und war selbst Landmann. Er war auch der Sohn eines Landmannes und hatte vielseitige Interessen. Er malte, zeichnete, lötete, drechseelte und beschäftigte sich auch mit Mathematik. Dies war seinem Vater ein Dorn im Auge, der seinen Sohn lieber als körperlich hart arbeitenden Menschen gesehen hätte. Wie Hauke in der Novelle der Schimmelreiter war auch Momsen fasziniert von der Mathematik. Er soll ein niederländisches Euklid Buch verwendet haben um sich die Grundlagen der Mathematik anzueignen.
Eine Person, welche real existierte und als Vorlage gedient haben könnte war der Deichbaufinanzierer Jean Henri Desmerciéres, dieser hatte sich für die neuen Profile der Deiche mit Ideen eingebracht. Er baute insgesamt drei Kööge in Nordfriesland, auf Nordstrand und in den Reußenkögen. Er

Weitere Fragmente sind in der Erzählung in der äußeren Rahmenhandlung enthalten. Hier kann man Storms Urgroßmutter Feddersen erkennen, die ein Haus in der Nähe des Husumer Hafens hat. Jedoch ist die Erzählung des ersten Rahmens nicht autobiografisch, sondern fiktiv und enthält lediglich Anspielungen auf vorhandene Personen und Orte. Im zweiten Rahmen jedoch ist eindeutig zu erkennen, dass der Mann der erzählt auf die Hafenstadt Husum, der Kreisstadt von Nordfriesland zureitet. 

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