Dienstag, 12. Januar 2016

Symbole in der Schimmelreiter

Symbole in der Schimmelreiter


Wie in dem Abschnitt über die Novelle erwähnt, muss die Erzählung einige Symbole enthalten. Dies ist nach der Siluetten und Falken Theorie ganz wesentlich für eine Novelle. Die Erzählung der Schimmelreiter ist reich an Symbolen und über ein paar von ihnen soll hier erzählt werden.
Das Dingsymbol gehört nach der Falken Theorie zu den wesentlichen Merkmalen einer Novelle, wobei umstritten ist welches der enthaltenen Symbole das Dingsymbol ist. Viele Kritiker und Interpretatoren sehen in dem neuen Deich das Dingsymbol der Novelle. Dieser entsteht durch die langjährige Beschäftigung Haiens mit der Mathematik und entwickelt sich schließlich zu einem realen Objekt. Dies ist in seiner vollen Pracht, während Hauke auch seinen beruflichen Höhepunkt hat. Im Verlauf des Buches, in dem dann erste Stürme aufkommen bekommt auch Haukes Dasein Risse. Er verliert in der Dorgemeinschaft an Ansehen, die innere Haltung Haukes zu seinen Mitmenschen hat sich verschlechtert und er ist mehr und mehr im Rückzug begriffen. Am Ende zerstört sein Widersacher Ole Peters den neuen Deich, indem er eine Rinne hindurch graben lässt. Den alten Deich aber hat auch Ole mit auf dem Gewissen: Als der erste Wintersturm Schäden hinterlies war es auch Oles Widerspruch, der den Deichgrafen von einer vollständigen aber teuren Sanierung abhielt.
Die Esche ist ein immer wiederkehrendes Symbol. Der ehrwürdige Baum steht bereits weit vor Haukes Zeit auf dem Hof des Deichgrafen und wurde vom Großvater (?) des Deichgrafen Tede Volkerts gepflanzt. Die Esche taucht im Verlauf der Ereignisse immer wieder auf. Mal steht sie einfach majestisch da, mal sitzt Elke darunter, noch ohne Kind. Schließlich schaukelt die kleine Wienke an ihren Ästen und irgendwann peitschen ihre Zweige im Wind, als der Sturm auftaucht.
Die Tiere spielen in der Novelle eine besondere Rolle. Wienke hat zwei tierische Gefährten, einen Hund und eine Möwe, beide sind weiß. Dies gilt auch für das Pferd von Hauke Haien, den Schimmel. Mit dem Kauf des Tieres zieht das Böse und Ungute in die heile Welt auf den Deichgrafenhof. So ist der Schimmel auch weiten Teilen der Dorfbewohner sehr unheimlich. Wenn man den Aberglauben betrachtet, so kann man sagen, dass Hauke mit dem Schimmel auch das Unheimliche mehr und mehr nährt. Je agiler und gesünder der Schimmel wird, desto mehr nähert sich die Geschichte dem Untergang. Besonders die Tatsache, dass es sich bei allen drei tierischen Hausbewohnern um weiße oder helle Tiere handelt ist auffällig, so ist in der Mytologie bekannt, dass das Ermorden eines weißen Tieres Unglück bringen soll. Doch damit nicht genug auch der Angora Kater von Trina Jans war weiß, dieser wird von Hauke umgebracht. Er hat also nicht nur die Schuld für den Tod des Tieres auf sich geladen und sich in Gefahr gebracht Unglück durch das Ermorden eines weißen Tieres zu haben, sondern Triene Jahns selbst hat ihn dafür auch noch verflucht. Doch nicht nur die weiße Farbe ist allen Tieren gemein, sie sind auch nicht bis auf das Letzte zahm sondern haben alle noch eine Spur Wildheit in sich.

Die Möwe, der Schimmel, der Hund und der weiße Kater sind somit auch Symbole für die Gewalt des Menschen gegenbüer der Natur. Hauke tut dem Kater leid an, indem er diesen Erwürgt, so wie er das Land im Würgegriff hält, indem er dem Meer das Land durch die Deiche abtrotzen will. Im Schimmel gedeiht das dämonische und böse, jedoch steht der Schimmel in der nordischen Mytologie für etrwas heiliges. Hauke verwehrt der Natur ihr letztes Opfer, den Hund, als er diesen aus der schon für ihn gehobenen Grube holt. Es ist bei Naturvölkern nicht unüblich ein Opfer zu bringen und der Natur ein wenig von dem wieder zu geben, was man ihr genommen hat. Hauke aber verwehrt der Natur und Meer seinen Tribut und nimmt den Hund zu sich. 

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