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Sonntag, 1. Mai 2016

Kapitel 8 Aquis Submersus

Inhaltsangabe
Er geht noch einmal in Ottens Kurg, dieser fragt ihn nach dem Vorfall mit den Junkern. Der Wirt warnt ihn auch noch einmal vor der Gewalt der Junker.

Johannes schreitet über den Hügel und schaut sich das Herrenhaus an, da er weiß, dass er dieses lange nicht mehr sehen wird.

Er trifft noch einmal auf den alten Diedrich, der sehr aufgebracht ist. Er will weiteres Unglück verhindern und erklärt Johannes, dass er den Junker mit der Anstandsdame Bas Ursel sprechen sah, zudem hätte der Junker ihn auch noch nach Johannes gefragt.

Johannes will nun mit dem Junker reden und geht zu ihm. Dort hält er um Katharinas Hand an. Der lacht ihn aus und verübt einen Mordversuch auf ihn. Als Johannes wieder zu sich kommt ist er Holland.


Königs Erläuterungen und Materialien: Aquis submersus            


Interpretation  
Mit diesem Kapitel endet die idyllische Zeit auf dem Herrensitz. Man merkt in diesem Abschnitt sehr deutlich wie mutig der Maler ist, denn er hält um die Hand von Katharina an, obwohl er weiß, dass der Junker nicht gut auf ihn zu sprechen ist und noch dazu sehr gewalttätig ist.

Als Leser weiß man bereits, dass es ab jetzt nur noch bergab mit dem Paar gehen kann, da die Liebenden ab hier immer weiter auseinander driften, auch räumlich.

Quelle

http://gutenberg.spiegel.de/buch/aquis-submersus-3489/8

Samstag, 30. April 2016

Kapitel 9 Aquis Submersus

Inhaltsangabe

Johannes ist verletzt. Er hat einen Schuß in die Brust  bekommen und Diedrich gelangt zu ihm, gibt ihm seinen Lohn für das Bild. Der Junker war wohl nicht nach Kiel gereist, berichtet Diedrich, jedoch sah man von Katharina nichts mehr. Johannes wartet auf seine Genesung.

Der Maler bekommt einen Malauftrag und fragt seine Nachtbarn nach dem Junker von der Risch aus. Dieser wolle sich bald zur Ruhe setzen und hatte sich ein Weib genommen- jedoch nicht Katharina, sondern ein altes Fräulein aus der Nachbarschaft. Katharina wurde seit Neujahr nicht mehr gesehen. Johannes beteuert er sei die ganze Zeit krank gewesen und habe diese Zeit in Holland verbracht.

Er macht sich auf den Weg zum Stift in Preetz, jedoch wird er nicht zu der Dame vor gelassen. Als er auf Junker Wulf trifft teilt dieser ihm mit, dass er die Hunde auf ihn los lassen wird, sollte er sich auf den Hof trauen. Johannes begibt sich darauf hin nach Hamburg, um dort Nachforschungen vor zu nehmen.


Königs Erläuterungen und Materialien: Aquis submersus+


Interpretation

Das Schicksal nimmt nun seinen Lauf und es gibt keinen Weg mehr, den die Liebenden zueinander nehmen können. Katharina ist spurlos verschwunden und auch ihr Bruder gibt klar zu verstehen, dass er keinen Weg zurück auf den Hof dulden wird.

Dieser Abschnitt des Textes zeigt, wie aussichtslos und hoffnungslos die Lage der Liebenden ist und wie wenig Chancen sie haben zueinander zu kommen. Kaum ein Leser kann ahnen, dass die beiden noch einmal aufeinander treffen werden. 

Freitag, 29. April 2016

Kapitel 10 Aquis Submersus

Inhaltsangabe

Das erste Heft, in dem handschriftliche Aufzeichnungen des Malers Johannes festgehalten wurden, ist nun beendet. In dem ersten Bild erkennt der Erzähler den Gönner des Malers Herrn Gerhardus, doch was zeigt das zweite Bild und wer ist der Knabe?

Er schlägt das zweite Heft auf, auf dem der selbe Spruch steht, den man auch im Haus findet.

Das zweite Heft beginnt Anno 1666, Johannes kommt zur Stadt an der Nordsee und soll ein Bild malen. Er richtet sich in eine Wirkungsstätte ein, die man im Pesel einer Witwe findet. Hier malt er ein Bild und lässt dabei auch die Gesichtzüge des Herrn Gerhardus mit ein fließen. Irgendwann kann er nicht weiter malen, er sitzt auf dem Markt und beobachtet das Gedränge.

Der Küster der Kirche ruft Johannes zu sich, er sagt er käme aus dem Norden der Stadt. Sie brauchen dringend einen Maler in seiner Gemeinde. Johannes wartet dann auf seinen Bruder, bei der er in der Zeit lebt, dieser prognostiziert Johannes, der habe einen seltenen Kopf zu malen.

Schließlich begibt sich Johannes auf den Weg zu der Arbeitsstätte. Hier soller einen den Pastor malen. Er begegnet einem schönen vier Jahre alten Jungen, der der Sohn des Pastors ist. Johannes betrachtet die Bilder der vorherigen Pastoren und will auch die geschnitzte Maria sehen, von welcher ihm sein Bruder berichtete.

Im Gespräch ereifert sich der Pastor über die Holländer.

Königs Erläuterungen und Materialien: Aquis submersus


Interpretation

Die Geschichte macht nun einen zeitlichen Sprung. Der Maler ist zu seinem Bruder gegangen, man könnte annehmen, dass sich dieser in Storms Heimatstadt Husum befindet. Hier spannt der Autor den Bogen kunstvoll zu der Kirchengemeinde hin, in der sich der Erzähler I bereits schon auf der Pastor Koppel bewegt hat. Diesen Erzähler I lässt Storm nun auch zu Wort kommen, denn er lässt diesen das zweite Heft aufschlagen.

Dies hat gleich zwei Bedeutungen: Die erste ist, dass Storm eine deutliche Trennung zwischen dem ersten Teil der Binnenhandlung und dem Zweiten vornimmt. Er lässt die Zeit im Hof klar abgegrenzt sein von der Zeit in der Gemeinde, um deutlich zu machen, wie groß das Schicksal ist, dass die beiden Liebenden wieder zusammen geführt hat.

Die nächste Begründung für die Teilung in zwei Teile durch die Hefte ist, dass Storm sehr gerne mit Rahmen und Doppelrahmen arbeitet, wenn er Novellen verfasst. Das sieht man auch sehr klar daran wie er den Schimmelreiter aufgebaut hat. 

Donnerstag, 28. April 2016

Kapitel 11 Aquis Submersus

Inhalt

Johannes malt nund den Pastor, jedoch bleibt er immer im offiziellen Bereich des Hauses und wird nie in die Wohnung gelassen. Der Junge besucht ihn immer wieder bei seiner Arbeit und ihm fällt das Besondere in den Augen des Jungen auf. Auffällig ist, dass niemand die Frau des Pastors kennt, das erzählt ihm die Magd. Er malt weiter den Lazerus, wie es ihm aufgetragen wurde. Je genauer er sich den Jungen ansieht, desto klarer wird ihm, dass es Katharinas Augen sind, die er in dem Knaben sieht.

Der Bruder und er sehen später die Gesellschaft an, die von einer Hochzeit nach Hause kommen. Die Leute wollen eine Hexe brennen sehen.

Der Maler kehrt zum Pfarrhaus zurück und wandert suchend durch den Garten. Er will dort den Jungen finden und sieht den Jungen des Hauses, der auch Johannes heißt, umher laufen. Er hört auch eine holde hohe Stimme.

Königs Erläuterungen und Materialien: Aquis submersus



Interpretation

In diesem Teil kündigt sich bereits die Katastrophe an. Johannes ist dahinter gekommen, dass es sich bei dem Knaben um den Sohn seiner Angebeteten handeln könnte. Auch wenn es sehr absurd ist, dass man ausgerechnet hier auf seinen Sohn trifft, scheint es das Schicksal zu sein.

Bei diesem Textabschnitt handelt es sich um ein letztes beruhigendes Element, welches Storm nutzt um noch einmal die Spannung zu steigern. Erst in den nächsten Zeilen wird Johannes auf Katharina treffen und die Auflösung der gesamten Zusammenhänge erfolgt.

Quelle
http://gutenberg.spiegel.de/buch/aquis-submersus-3489/11

Mittwoch, 27. April 2016

Kapitel 12 Aquis Submersus

Inhalt

Im Garten erblickt Johannes Katharina und erkennt im kleinen Johannes sein Kind. Der Priester hat sein hohes Amt durch seine Hochzeit mit ihr bekommen und so erhielt das Kind den ehelichen Namen. Sie hatte durch diese Möglichkeit Glück im Unglück.

Katharina und Johannes verspüren sofort wieder die alten Gefühle füreinander, küssen sich und kommen sich näher, als der Pastor die Szenerie betritt. Er wird rasend vor Wut und seine Frau beichtet alles, was geschehen ist. Sie und der Pastor ertränken schließlich das Kind in dem Teich.

Johannes will die Leiche seines Kindes sehen.


Königs Erläuterungen und Materialien: Aquis submersus


Interpretation

Nun hat das Unglück seinen Lauf genommen und das Kind ist tot. Es ist nun offenkundig, dass Johannes Sohn durch seinen Vater im See ertränkt wurde und das die Inschrift im Bild somit zurecht die bereits vermutete Bedeutung hat. In diesem und im letzten Teil wird noch einmal deutlich wie sich die Fäden der Katastrophe entspinnen und das Unglück sich seinen Lauf genommen hat.  

Dienstag, 26. April 2016

Kapitel 13 Aquis Submersus

Inhalt

Johannes besucht seinen toten Sohn und beginnt zu malen. Katharina kommt im schwarzen Trauerkleid  und schreibt in die Ecke des Bildes die Buchstaben

C. P. A. S. hinein. Diese Buchstaben bedeuten

Ertrunken durch die Schuld des Vaters.

Auch der Pastor kommt herein und weint bittere Tränen. Doch Johannes lässt dann den Pastor und seinen toten Sohn zurück. Ebenso lässt er Katharina dort.

Die Handschrift endet mit diesen Erzählungen und enthält noch den Satz" Der Maler wurde nie berühmt, jedoch fand das Lazerusbild in der Chronik Erwähnung.


Königs Erläuterungen und Materialien: Aquis submersus


Interpretation

Im letzten Schritt schließt Storm den Rahmen wieder und umschließt so die Binnenhandlung. Er lässt die Aufzeichnungen des Malers enden und wir erfahren auch nicht mehr über sein weiteres Leben. Storm lässt uns nur wissen, dass aus Johannes kein berühmter Maler wurde. Das zeigt, dass die Figur eigentlich nur für Geschichte wichtig war und sein Lebensweg ansonsten egal ist.

Hiermit endet die Novelle vom Jungen, der durch die Schuld seines eigenen Vaters ertrunken ist. 

Montag, 25. April 2016

Über Aquis submersus

Storm schrieb die Novelle Aquis Submersus früher als den Schimmelreiter. Er brachte die Erzählung zunächst in einer Zeitschrift heraus, in der deutschen Rundschau. Sie erschien 1876. Später erschien die Novelle in veränderter Form als eigenständiges Buch. Dies war 1877 der Fall. 

Die Novelle stammt aus der Feder von Theodor Storm, der für seine Novellen mit einem heimatlichen Bezug bekannt war. Die Entstehung und Veröffentlichungszeit der Novelle fällt in die Epoche des Realismus, wofür es auch zahlreiche Hinweise gibt. Zwar sind die Erzählperspektiven der Binnenhandlung und der Rahmenhandlung beide in der Ich Perspektive angesiedelt, dennoch kann man die Novelle dem Realismus zurechnen: Die Handlung wird so objektiv dargestellt wie es nur möglich ist und die damalige Zeit mit all ihren Schwierigkeiten und politischen Unwegbarkeiten wird in der Novelle aufgegriffen. Trotz des hochemotionalen Inhalts der Novelle beschränkt sich Storm auf eine Darstellung, welche im Rahmen bleibt und somit auch als realistisch bezeichnet werden kann. 

Storms aufwändige und komplizierte Rahmenkonstruktion erlangt große Aufmerksamkeit. Diese Rahmenkonstruktionen für die Novellen wendete er häufiger an, sie ist auch im Schimmelreiter zu finden: Genau wie im Schimmelreiter schafft es Storm auch bei Aquis submerus eine Verbindung zwischen der Binnenhandlung und der Rahmenhandlung her zu stellen, indem er beide Handlungsteile an einem gemeinsamen Ort stattfinden lässt.  Bei Aquis submersus ist es die Koppel bei dem Pfarrhaus in dem Dorf nahe der Stadt, welche man als Husum sehen kann. Beim Schimmelreiter ist es der Dorfkrug, in dem der Ich Erzähler I einkehrt und die Geschichte des Deichgrafen durch den Schulmeister erzählt bekommt.

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