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Donnerstag, 5. Mai 2016

Kapitel 4 Aquis Submersus

Inhaltsangabe

Johannes folgt Katharina ins Haus, sie gehen in das alte Zimmer des Herrn Gerhardus. Sie unterhalten sich und Katharina wirkt sehr bedrückt und niedergeschlagen. Im Haus treffen sie auf Bars Ursel, diese fragt Johannes, ob ihm bewusst sei, dass in diesem Haus getrauert werde. Johannes verneint dies aber bekundet nun rücksichtsvoll zu sein.

Katharina möchte sich nun ausruhen und Johannes  will in seine Kammer gehen. Diese ist "ober dem Hofthor". Nach einer Rast spricht er am Abend mit seinem Vertrauten, dem alten Diedrich. Dieser bedauert, dass Johannes so eine niedrige Herkunft hat. Er wünschte Johannes hätte auch ein Wappen, "so wie der Risch da drüben!". Johannes fragt ihn nach dem Junker von der Risch aus. Diedrich erzählt, dass er zu denen gehört, die im Kieler Umschlag die Bürger erschossen haben und dass der Junker Pistolen habe.  Doch er findet, dass er selbst ein höriger Mann sei, dem keine eigene Meinung zusteht.

Die Magd bringt Kleidung aus der Stadt und Johannes nutzt die Zeit um sich mit der Kunst zu befassen. Er malt Bilder und schaut sich Gemälde an. Er denkt auch viel über Katharina nach und arbeitet im stillen Saal vor sich hin.

Während er sich umsieht trifft er auf ein Bild von Edelfauen, eine Dame ist ungefähr 40 Jahre alt und hat kleine graue und stechende Augen. Sie fällt ihm auf und er hat das Gefühl er müsse Katharina und die Nachgeborenen vor ihr schützen.

Anschließend gibt es ein Mittagessen mit den Leuten: Katharina, Junker Wulf, Bas´Ursel und er. Es wäre ohne Ursel ein sehr stummes Essen gewesen, denn nur sie spricht. Zwischen dem Bruder Wulf und Katharina, seiner Schwester, herrscht eisige Stimmung.

Königs Erläuterungen und Materialien: Aquis submersus

Es findet die Beerdigung des Herrn Gerhardus statt, diese findet in der Dorfkirche statt. Der Hausherr wird bei seinen Ahnen beigesetzt. Die Leute der umliegenden Güter finden sich ein, jedoch sind kaum Angehörige anwesend. Der Junker war der letzte seines Stammes. Nach der Zeremonie gehen alle zügig wieder.

Interpretation

In diesem Kapitel werden Standesunterschiede thematisiert. Der Maler Johannes, der sicher gerne Katharina zu seiner Frau nehmen würde, ist von so einer Eheschließung ausgeschlossen, da es ihm an gesellschaftlichem Rang fehlt. Hingegen kommt sein alter Widersacher, der Junker von der Risch, sehr nah an Katharina heran, da er ein eigenes Wappen hat.

Der alte Diedrich ist ein kritischer und reflektierter Mann, der die Hochgesellschaft analysiert. Er übt zwar Kritik und macht auch Anmerkungen zur politischen Ausrichtung der Hofbewohner, so kritisiert er die Haltung von von der Risch, jedoch merkt er an, dass er eigentlich nicht urteilen darf, da er abhängig also hörig ist.

In diesem Kapitel merkt man deutlich wie unheimlich und mystisch die Atmosphäre in der gesamten Novelle ist. Dies kommt auch zu Stande, indem man die Gemälde kunstvoll mit einzieht. Diese schüren die dunkle und unheimliche Stimmung, die sich nun immer mehr breit macht.

Es ist auch spürbar, dass Johannes und Katharina eine spezielle Verbindung zueinander haben. Diese kann jedoch traurigerweise nicht gelebt werden. Bereits hier ahnt man, dass die Liebe an den Standesunterschieden scheitert. 

Samstag, 23. April 2016

Aquis submersus Personenkonstellation

In Aquis submersus handeln die Personen auf verschiedenen Ebenen. Man muss unterscheiden ob die Personen in Aquis submersus der Rahmenhandlung angehören oder ob sie zu der Binnenhandlung zu rechnen sind. 

Die Verbindung  zwischen der Rahmenhandlung und der Binnenhandlung ist die Aufzeichnung durch den ich Erzähler Johannes. Dieser steht mit den anderen in den Aufzeichnungen vorkommenden Personen in Verbindung.

Die innigste Verbindung hat er außer zu Katharina noch zu dem Gönner Herr Gerhardus, welcher jedoch in der Geschichte nicht handelt, sondern bereits tot ist. 

Ansonsten sieht sich Johannes bei den Bewohnern und Freunden des Hauses viel mit viel Feindschaft konfrontiert. Er hat nicht nur die beiden Junker gegen sich, sondern auch die Anstandsdame, die ja auf Katharinas Tugenhaftigkeit aufpassen soll. Diese mag nämlich Katharinas Ehemann in Spe sehr und hat auch ein wachsames Auge auf Katharina. 


Freitag, 22. April 2016

Charakteristik Der Maler Johannes Aquis Submersus

Der Ich Erzähler  Johannes hat mehrere Begegnungen mit der Tochter seines Gönners.

1. Treffen
In diesem Alter war sie noch ein Kind von grade einmal neun Jahren alt. Sie war ein Dirnlein und hatte braune Zöpfe. Sie spielten miteinander und waren freundschaftlich miteinander verbunden.

Königs Erläuterungen und Materialien: Aquis submersus

2. Treffen
Beim zweiten Treffen war sie schon fast eine Jungfer, da sie inzwischen schon deutlich herangewachsen war. Sie hatte auch eine Anstandsdame bei sich, die Urs Basel, die darauf achten soll, dass kein Mann mit ihr zu viel Nähe aufbaut. Die junge Dame war sich aber ihrer Anziehungskraft schon bewußt, da sie sehr offenkundig mit dem Maler Johannes flirtet. Sie hat auch einen treuen Fan in dessen Widersacher, der Junker Kurt von der Risch hat ebenfalls Interesse an der Schönen.

Als Johannes sich nach dem Treffen auf macht in Richtung Amsterdam fällt ihm auf, dass die Schöne ihn an die griechische Helene erinnert.

Johannes hat keine adelige Stellung und ist sich dessen auch bewusst. Ihm ist klar, dass seine fehlende gesellschaftliche Stellung seinem Liebesglück mit Katharina im Weg steht, auch wenn er schon sehr lange Gefühle für sie hegt.

Er malt sie und in diesem Bild ist klar erkennbar, dass er deutliche Gefühle für sie hat. Dies fällt auch der Anstandsdame - Bas Ursel, sofort auf. Johannes ist von Anfang an sehr erschrocken darüber, dass sie verlobt ist, jedoch kann er dies nicht ändern. Die gesellschaftlichen Bedingungen zwingen ihn dazu sich zurück zu ziehen.

Johannes ist ein Mann, der sich nicht alles gefallen lässt. So weißt er Junker Wulf darauf hin, dass dessen Hunde unerzogen sind, als er sich zum ersten Mal nach langer Zeit wieder auf dem Hof einfindet. Auch wenn dies kein Gefallen bei Junker Wulf auslöst lässt sich Johannes davon nicht einschüchtern.

Für Katharina ist er bereit erhebliche Risiken einzugehen. Ihm ist klar, dass das Überbringen der Botschaft an die Katharinas Verwandte in Preetz einem Verrat gleich kommt. Auch wenn sein Vertraute, der alte Diedrich, ihn vor den Junkern und deren Aggressivität warnt, lässt sich Johannes davon nicht einschüchtern. Die Liebe zu Katharina ist Johannes sogar so wichtig, dass er noch einmal um ihre Hand anhält, nachdem es zur Aufdeckung seines Botenganges kam. Ihm schien in diesem Moment schon bewusst gewesen zu sein  in welcher brisanten Lage sich Katharina befindet.

Er hat aber keinen Sinn für die harte Realität, so erträumt er sich trotz der Umstände eine rosige Zukunft mit Katharina in Holland, obwohl ihm klar sein dürfte, dass dies fast aussichtslos ist. Als er erfährt, dass seine Geliebte fort ist, ist Johannes außer sich. Er kann jedoch nichts dagegen unternehmen und findet auch keine Helfer, die ihm in dieser Situation einen Ausweg ermöglichen.

Das Johannes ein Mann mit Intuition ist, das merkt man daran, dass er seinen Sohn, der ihm gegenüber steht, sofort als das Kind von Katharina erkennt. Er erkennt es an Hand von dessen Augen und  zieht sofort die korrekten Schlüsse, obwohl es sich hierbei ja um das unwahrscheinlichste Ereignis was nur denkbar ist handelt.

Mittwoch, 20. April 2016

Der alte Diedrich Beschreibung Aquis submersus

Der alte Diedrich ist ein Mitbewohner auf dem Hof von Junker Wulf und Katharina. Er ist auch ein enger Vertrauter von Johannes und charakterisiert und beschreibt die dort lebenden Figuren und Personen sehr genau. Er ist ein alter Mann, als Johannes das letzte Mal auf den Hof gelangt.

Er ist es auch, der Johannes die Todesnachricht überbringt und der Johannes begrüßt. Er reflektiert die Personen und Ereignisse sehr klar, jedoch bekundet er sei selbst ein höriger Mann. Auch den niedrigen Stand von Johannes bedauert er sehr.

Der alte Diedrich fragt Johannes nach den Junkern und hat dann bereits eine Ahnung, das böse Dinge bevor stehen. Er bittet Johannes ihm zu vertrauen und vorsichtig zu sein. So ist der alte Diedrich Johannes gegenüber auch immer loyal und offen, er ist ein enger Vertrauter und eine vertrauenswürdige Person. 

Dienstag, 19. April 2016

Charakteristik Der Ich Erzähler Johannes Aquis submersus

Der Ich Erzähler eröffnet das Werk Aquis Submersus mit einigen Informationen über sich selbst. Er gibt bekannt, dass er selbst in dem Dorf gelebt hat, in welchem sich der Schluss der Binnenhandlung abspielt und verkündet, dass er mit dem Sohn des Pastors in Freundschaft verbunden war. Er erklärt, dass sie auf der Koppel, auf welcher der Junge aus dem Bild später ertrinkt, regelmäßig gespielt haben.

Bereits in jungen Jahren hat ihn das Bild des ertrunkenen Jungen an der Wand der Kirche interessiert. Er hat sich für die Rätsel hinter den Buchstaben C.P.A.P interessiert und wollte darüber Auskünfte erlangen.

Der Erzähler besucht schließlich die Universität und kommt erst dann wieder in sein Dorf zurück, als er eine Unterkunft für jemand sucht.

Daraus kann man schließen, dass er
  • neugierig ist
  • gebildet
  • weit gereist
  • wenig heimatverbunden ist
Über den Ich Erzähler kann man noch berichten, dass dieser von Storm nur dazu geschaffen wurde die Binnenhandlung ablaufen zu lassen. Storm lässt es sich jedoch nicht nehmen eine kunstvolle Verbindung zwischen Johannes, dem Kunstmaler und dem namenlosen Ich Erzähler der Rahmenhandlung zu schaffen. Dies gelingt ihm, indem er die Handlungen auf der Koppel des Pfarrhauses ablaufen lässt. Hier spielt sich nicht nur der dramatische Tod des kleines Johannes ab, sondern der Ich Erzähler der Rahmenhandlung verbringt hier auch einen guten Teil seiner Kindheit, spielend und mit dem Sohn des Pastors.  Dieser Umstand beinhaltet auch eine gewisse Ironie.

Montag, 18. April 2016

Junker Wulf Aquis submersus

Junker Wulf ist der Sohn des Herrn Gerhadus und der neue Hausherr nach dessen Tod. Er hat nun nicht nur das Sagen über den gesamten Hof, sondern auch über seine Schwester, die er mit seinem Freund Junker von der Risch vermählen will.

Zu Johannes hat der Junker Wulf keine gute Verbindung, er macht sich über den Maler und dessen Kleidung lustig, auch fragt er ironisch ob er diesen nun mit "Sieur" anreden müssen. Das ist auch eine Anspielung auf dessen niedrigen Stand.

Er hat eine drohende und aggressive Grundhaltung, was man auch an seinen wilden und unerzogenen Hunden sieht. Diese drohende Haltung zeigt sich auch verbal, er lässt keinen Zweifel daran jeden Menschen aus den Weg räumen zu wollen, der ihm im Wege steht. Er sagt den "heztt er in den des Teufels Rachen".

Als Junker Wulf vom Versuch Katharinas erfährt ist er außer sich und scheut sich auch nicht vor mehrfacher Gewalt an Johannes.



Freitag, 15. April 2016

Charakteristik Herr Gerhardus Aquis submersus

Gerhardus ist der alte Gönner und Schirmherr von Johannes. Er kennt Johannes schon von Kindertagen an und Johannes macht sich auf den gefährlichen und beschwerlichen Weg zu ihm. Die Kriegstage und die umherlaufenden gefährlichen Menschen machen diesen Weg sehr schwer und riskant. 

Als Johannes auf dem Hof eintrifft stellt er fest, dass sein Gönner Herr Gerhardus tot in der Kapelle aufgebarrt ist. Das dieser ein Mann mit Einfluss gewesen ist merkt man daran, dass die Beerdigung viele Besucher anzieht.

Donnerstag, 14. April 2016

Junker von der Risch Charakterisierung Aquis submersus

Junker von der Risch hat bereits Menschen viel Leid angetan. Man erfährt, dass er in Kiel bereits Leute erschossen habe und noch dazu einen Hang zu Waffen hat. Er sammelt diese.  Zudem berichtet der alte Diedrich über ihn, dass er Spaß daran hätte Menschen zu demütigen, so hätte er einen Mann im Unterhemd durch die Straßen geschickt, um dort zu geigen.

In der gesamten Novelle zeigt sich wie unfreundlich und untugendhaft Junker von der Risch ist. Er schreit den Wirt an und hat auch Kontakt zu Dirnen. Hier wird er sogar von seinem Freund und fast Schwager Junker Wulf ermahnt. Beide machen sich im Wirtshaus zunächst einen Spaß daraus den Kunstmaler Johannes zu verhöhnen und ihn dann zu bedrohen, nachdem heraus kommt, dass Johannes Botengänge macht.

Von der Risch scheint zu Katharina jedoch keine tiefen, romantischen Gefühle zu haben. Er wendet sich ohne Probleme einer anderen Frau zu nachdem seine ursprüngliche Braut Katharina von der Bildfläche verschwindet.

Storm lässt in von der Risch  jenen Teil der Bevölkerung erscheinen, den er auch in seinem persönlichen und realen Leben scharf kritisiert. 

Montag, 22. Februar 2016

Der Schimmelreiter alles Wichtige auf einen Blick

Kapitel 1

Erzähler I sitzt bei seiner Urgroßmutter und liest über den Mann, der am Deich entlang reitet in einem Buch.

Erzähler II Reitet den Deich entlang und gelangt an ein Wirtshaus, nachdem ihm am Deich der Schimmelreiter erschien.  Er hat dort ein Gespräch mit dem Deichgrafen und mit dem Schulmeister, dieser erzählt die Geschichte von Hauke Haien und den anderen Ereignissen.

Interpretation
 Rahmen I und Rahmen II werden eröffnet, sowie die Binnenhandlung 

Kapitel 2

Tede Haien ist der Vater des fähigen Deichgrafen. Hauke ist schon früh an Mathematik interessiert und eignet sich mit Hilfe einen holländischen Euklid die Grundlagen an. Hauke erkennt bereits früh, dass die Deiche nicht richtig gebaut sind

Kapitel 3

Hauke zieht es immer wieder hinaus zum Deich. Hier sieht er, obwohl er kein abergläubischer Mensch ist, Gestalten und Wesen im fernen Nebel.
Er wächst heran und lebt vor sich hin. Dabei tötet er den weißen Angora Kater von Trine Jans, da dieser ihm eine Beute streitig macht. Es kommt zu einem Eklat.

Kapitel 4

Dieser Eklat setzt sich fort. Hauke und sein Vater reden über den toten Kater. Es muss eine Entschädigung für Trine Jans her. Hauke soll nun ausziehen und man kommt zu den Schluss, dass man Hauke als Helfer beim amtierenden Deichgrafen bewerben kann. Dieser hat einen Kleinknecht gekündigt, welcher stark getrunken hatte. Es kommt zu einem Bewerbungsgespräch.

Kapitel 5 

Hauke bekommt die Stelle als Kleinknecht und hat in dem Großknecht Ole Peters einen Widersacher. Ole hasst ihn, da Hauke beim Deichgrafen großes Ansehen genießt. Dieser hat eine Schwäche im Rechnen und lässt sich nur zu gern vom mathematikbegeisterten Hauke helfen. Hauke freundet sich auch mit der Tochter Elke des Deichgrafen an.
Als eine Deichinspektion durch den Oberdeichgrafen ansteht findet dieser lobende Worte. Es scheint offenkundig, dass diese Verbesserungen durch das zu tun von Hauke zu Stande gekommen sind.

Kapitel 6

Hauke ist nun in seinem dritten Dienstjahr
Es findet ein Eisboßel Tunier statt. Hauke nimmt nach einigem Zögern teil. Ole Peters ist Schiedsrichter

Kapitel 7

Fortsetzung des Boßeltuniers, Hauke kauft einen Ring für die Verlobung, trägt diesen fortan in seiner Westentasche. Der alte Deichgraf Tede Volkerts wird langsam kümmerlich.

Kapitel 8

Tede Haien, Haukes Vater, liegt im Sterben. Er vererbt Hauke eine Fenne und bringt ihm damit näher an die Position des Deichgrafen.
Hauke und Elke verloben sich.

Kapitel 9

Tede Volkerts stirbt. Auf der Beerdigung wird über seine Nachfolge gesprochen. Zunächst in Jewe Manners im Gespräch, der aber aus Altersgründen ablehnt. Durch diese Umstände geben Elke und Hauke ihre Verlobung bekannt und Hauke wird trotz seiner jungen Jahre der Nachfolger seines Schwiegervaters.

Kapitel 10

Elke und Hauke sind inzwischen verheiratet und Hauke ist Deichgraf geworden. Nach siebenjähriger Amtszeit, in der Hauke hart arbeitet und alles Versäumte des Vorgängers nachholen will, kommt es dazu dass sich harter Kritik von Ole Peters ausgesetzt sieht. Dieser ist inzwischen durch seine Ehe mit Vollina Harders gesellschaftlich aufgestiegen. Es geht um ein Stück Vorland, welches häufig überspült wurde. Da dies Ole Peters ein Dorn im Auge war hat er seine Anteile an Hauke gegeben. Nun fasst Hauke die Pläne für die Eindeichung, was ihm darum harte Kritik von Ole Peters einbringt.

Kapitel 11

Die Planungen sind im vollem Gange und Hauke bereitet sich gewissenhaft auf das Projekt Eindeichung vor.
Iven John und Carsten sehen auf Jeversand eine Erscheinung. Dort scheint ein Pferd herum zu gehen. Das Pferdegerippe, welches dort lag ist hingegen nicht mehr dort.

Kapitel 12

Sie entscheiden hinüber zu fahren und nach dem Rechten zu sehen. Beim Wegfahren sehen sie das geisterhafte Pferd, einen Schimmel, erneut.

Hauke kauft auf dem Markt ein Pferd, einen sehr abgemagerten Schimmel. Der Oberdeichgraf gibt grünes Licht für den Bau des neuen Deiches.

Kapitel 13

Der Schimmel wächst und gedeiht, er wird von den Bediensteten als unheimlich empfunden. Der Knecht kündigt und begibt sich in den Dienst von Ole Peters, wo er über seinen ehemaligen Dienstherren Hauke lästert.
Ende März wird der Befehl zur Eindeichung gegeben. Hauke wird für seine Entscheidung den Deich zu bauen stark kritisiert.

Kapitel 14

Der Deichbau geht gut voran und Ole Peters setzt seine Beschuldigungen von Kapitel 10 fort. Im November stoppt der Deichbau wegen des Wintereinbruch. Elke bekommt nach langem Warten endlich eine Tochter. Wienke ist zurück geblieben und wird dennoch von ihren Eltern geliebt.

Kapitel 15

Der Unmut in der Bevölkerung gegen Hauke wächst. Es wird sogar auf einem Gottesdienst gegen ihn gepredigt. Der Hengst entwickelt sich weiterhin gut. Die Bauarbeiten am Deich schreiten voran. Hauke rettet einen Hund, der von seinen Deichbauern in den unfertigen Deich bei lebendigem Leibe eingemauert werden soll. Er schenkt den Hund seiner Tochter.

Kapitel 16

Der Deich ist in der Fertigstellung. Eine Inspektion durch den Oberdeichgraf steht an und man ist voller Lob für Hauke und seine Arbeit.
Drei Jahre später hat sich der neue Deich auch bewährt, da er kaum Kosten für den Unterhalt und für die Instandsetzung gekostet hat.
Trine Jans lebt jetzt mit der Deichgrafen Familie auf dem Hof und sie freundet sich mit der Tochter Wienke an. Der gerettete Hund und Wienke leben ebenfalls dort.

Kapitel 17

Wienke ist noch immer zurück geblieben. Ihr macht das Wasser große Angst. Sie besucht Trine häufig und diese erzählt Wienke die Sage von den Wassergeistern. Dies unterbindet Hauke aber, da er keinen Aberglauben in seinem Haus will.

Kapitel 18

Hauke hat das Marschfieber und fantasiert. Es kommt ein Herbststurm und richtet einen Schaden am alten Deich an. Ole Peters möchte diesen Schaden nur notdürftig reparieren, Hauke hingegen möchte ihn vollständig sanieren. Ole Peters setzt sich durch, weil Hauke noch sehr schwach ist.

Kapitel 19

Man befindet sich im Jahr 1756
In diesem Jahr stirbt Trine Jans. Noch auf dem Sterbebett sieht sie den Untergang hervor kommen. Es herrscht ein starker Sturm und Hauke geht dabei hinaus zu Deich. Er denkt, dass Elke und Wienke in ihrem Heim in Sicherheit sind.
Er reitet mit dem Schimmel den Deich entlang, um die Sicherheit der Dorfbewohner zu gewährleisten.

Kapitel 20

Die Sturmflut erreicht den Höhepunkt. Hauke reitet den Deich entlang und sieht dort Männer den neuen Deich durchstechen. Als er sie befragt warum sie dies tun antworten sie, dass Ole Peters dies angeordnet hat und dadurch der alte Deich geschützt werden soll.

Der alte Deich bricht dann an jener Stelle, die zuvor schon Schaden genommen hatte. Hauke erkennt seine Schuld an den Ereignissen und wirft sich in die Flut. Elke und Wienke folgen ihm in den Tod, nachdem sie ihm an den Deich gefolgt sind.




Hauke Haien

  • Bereits früh an Mathematik interessiert
  • Widersacher Ole Peters
  • Wird zunächst Kleinknecht am Hof des Deichgrafen
  • Arbeitet sich dann zum Großknecht hoch
  • Verliebt sich in Elke
  • Verlobt sich dann mit ihr
  • Wird schließlich selbst Deichgraf
  • Arbeitet hart und sorgfältig
  • Steht unter Kritik im Dorf
  • Diese Kritik regt ihn an das Deichbauprojekt zu wagen
  • Auch hier kritisiert ihn Ole Peters
  • Nach Oles Gesellschaftlichem Aufstieg hat dieser mehr Einfluss auf Haukes tun
  • Hauke würde alles für Elke und Wienke tun
  • Er steht dem Aberglauben skeptisch gegenüber
  • Zieht sich im Verlauf der Novelle immer mehr von seinen Mitmenschen zurück
  • Er beugt sich später dem Druck von Ole Peters, obwohl der den Deich lieber saniert hätte = opfert sein Gewissen für seine Ruhe
  • Fühlt sich für den Untergang verantwortlich
Tede Haien

  • Vater von Hauke Haien
  • Ist ein praktischer Mann
  • Hilflos, wenn es um Gefühle geht ( Trine Jahns Trauer um ihren Angorakater )
  • Ist zunächst nicht von Haukes mathematischem Interesse begeistert
  • Später unterstützt er Hauke und übergibt ihm eine Fenne auf dem Sterbebett


Elke Volkets

  • Tochter des Deichgrafen
  • Haukes Frau
  • Mutter von Wienke
  • Steht immer treu hinter Hauke
  • Loyal bis in den Tod
  • Ist eine sehr kluge Frau
  • Mathematisch begabt
  • Beliebt und angesehen
  • Kümmert sich liebevoll um Hauke und Wienke und auch um Trine Jahn
  • Ist eine gute Beraterin, da sie Haukes Vorhaben der Eindeichung mit konstruktiven Fragen bereichert


Tede Volkerts

  • Deichgraf
  • Kann nicht gut rechnen, ist eigentlich ungeeignet für seinen Job
  • Sehr angesehener Mann im Dorf
  • Stirbt im Verlauf vom Buch
  • Stellt Hauke als Kleinknecht ein und befördert ihn irgendwann zum Großknecht
Ole Peters
  • Ist kein kluger Mann, aber hat Macht
  • Ist zunächst Großknecht und steigt dann gesellschaftlich auf durch seine Heirat mit Vollina Harders
  • Beschuldigt Hauke sich Vorteile zu verschaffen 
  • Kritisiert Hauke immer wieder
  • Wird später Deichgevollmächtigter


Montag, 1. Februar 2016

Aufbau und Sprache Der Schimmelreiter

Rahmenhandlung und Binnenhandlung
Die Handlung wurde in eine Rahmenhandlung eingebettet, wie dies in Novellen häufiger der Fall ist. Diese Rahmenhandlung ist doppelt gehalten, zum Einen berichtet ein Erzähler, dass er die gesamten Ereignisse in einem Buch gelesen habe, welches er bei seiner Urgroßmutter vorfand (Kapitel 1):“Was ich zu berichten beabsichtige, ist mir vor reichlich einem halben Jahrhundert im Hause meiner Urgroßmutter, der alten Frau Senator Feddersen, kundgeworden, während ich, an ihrem Lehnstuhl sitzend, mich mit dem Lesen eines in blaue Pappe eingebundenen Zeitschriftenheftes beschäftigte; ...“ .
In diesen ersten Rahmen wird noch ein weiterer Rahmen eingebunden, indem Storm den Erzähler der Geschichte aus dem Buch in eine Kneipe gehen lässt, wo dieser auf den Schulmeister trifft. Dieser berichtet ihm von den Ereignissen rund um Hauke Haien und dem Deichbau, er bildet somit den zweiten Rahmen. Als Binnenhandlung fungieren die Ereignisse im Leben von Hauke Haien, Elke Volkerts und dem Deichbau, bis hin zum Tod der Hauptersonen.
Der zweite Rahmen ist die Begnung des Ich Erzählers II, der an einem Deich entlang reitet, um zur Stadt zu gelangen. Im Krug begegnet dieser Ich Erzähler dem Schulmeister und dem Deichgrafen, der noch die Erzählungen des Schulmeisters relativert. Der Schulmeister berichtet dem Ich Erzähler II die Binnenhandlung, also die gesamte Geschichte rund um den Deichgrafen Hauke Haien und dessen Frau Elke. Der Schulmeister kennt Hauke Haien auch nicht persönlich, jedoch gibt er immer wieder die Quellen seiner Erkenntnisse an. Der Leser der Novelle wird aber durch wechselnde Aussagen immer wieder dazu angehalten das gelesene selbst in den Zweifel zu ziehen. Denn der Schulmeister selbst wird kritisiert und zwar durch den Deichgrafen des Erzählrahmens, dieser spricht dem Schulmeister seinen Sinn für Übersinnliches ab. Doch der Schulmeister spricht nicht nur am Anfang der Geschichte, im Verlauf der Erzählung meldet er sich immer wieder zu Wort, jedoch schwenkt er dann schnell wieder auf die Binnenhandlung.

Der erste Erzählrahmen, des Erzählers I , der die Erählung in einem Buch liest, wird erst gegen Ende der Novelle vollständig geschlossen.  
Zeiträume
Der erste Rahmen bildet der Erzähler, welche das Buch im Hause seiner Urgroßmutter vorfindet. Diese spielte vor einem halben Jahrhundert vor dem Erzähler der Jetztzeit. („...ist mir vor reichlich einem halben Jahrhundert...“). Dieser erzählt von Ereignissen, die rund um den Erzähler II handeln. Dieser reitet im Sturm am Deich entlang, um dann in einem Wirtshaus einzukehren und sich dort die Geschichte von Hauke Haien erzählen zu lassen. Die im Text enthaltene Zeitangabe lautet:  „Es war im dritten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts, an einem Oktobernachmittag – so begann der damalige Erzähler ...“ Kapitel 1.  Die Handlung des Schimmelreiters Hauke Haien und des Deichbaus vollzieht sich Anno 17, wie in dem ersten Kapitel angegeben wird.
Die Sprache
Die Sprach es Schimmelreiters ist einfach gehalten und beinhaltet kurze Sätze. Sie ist versehen mit wörtlicher Rede. Die Novelle enthält viele Begriffe, die eine lokale Relevanz haben, man könnte sagen, dass der Schimmelreiter eine lokale Färbung hat. Viele Dialoge sind in der Mundart Plattdeutsch verfasst. Die Erzählung enthält außerdem noch viele Fachbegriffe, die aus dem Küstenschutz, der Landgewinnung und dem maritimen Bereich kommen. So dürften Begriffe wie Koog, Priel oder Lahnung nur Küstenbewohnern ein Begriff sein.
Die Novelle enthält viel direkte Rede und drückt den Grundkonflikt Rationalität und Sachlichkeit gegen Glauben und Aberglauben auch in der Sprache aus.
Die Sprache im Schimmelreiter ist gebunden und in festen Rhytmen verfasst. Storm legte großen Wert darauf, dass die Novelle schön lesbar ist und griff dabei dann auch zu nicht ganz richtigen Wendungen und grammatikalischen Kniffen. Er opferte die richtige Ausdrucksweise zu Gunsten einer besseren Lesbarkeit. 

Sonntag, 31. Januar 2016

Hauke Haien


Hauke Haien ist der Sohn eines Landvermessers und Kleinbauerns. Er lebt weder in besonders wohlhabenden Verhältnissen, noch muss er unter Armut leiden. Bereits früh hat er ein Interesse an den Naturwissenschaften, was für seine Altersgruppe und seine Umgebung nicht typisch ist. Er wird als „langer, hagerer Bursche“ beschrieben, der gewissenhaft ist. Er führt ein Leben voller Arbeit, ist dabei aber nicht unzufrieden. Eigentlich ist er sehr gründlich, aber er machte inen entscheidenden Fehler. Als es dazu kommt, dass der alte Deich einen Schaden hat, belässt er es bei der oberflächlichen Begutachtung und bei dem Glauben, dass der Deich halten würde. Hier wurde der starke Mann schwach, da er sich nicht der Kritik des Dorfes aussetzen wollte, die die Kosten der Instandsetzung mit sich bringen würden.

Kapitel 2
Hauke ist sehr fleissig und klug. Er ist bereits seit seiner Jugend an Mathematik interessiert und macht sich sogar die Mühe den Euklid aus dem Holländischen ins Deutsche zu übersetzen, um diesen Verstehen zu können. Sein Interesse für den Deichbau setzt er auch gegen den Willen seines Vaters durch, dieser betrachtet die geistige Haltung seines Sohnes mit leichter Skepsis. Hauke baut bereits früh Modelle der Deiche und erkennt, dass die Deiche nicht gut aufgebaut sind, sondern zur Wasserseite zu steil sind.  Er ist geistig sehr aktiv und interessiert und zieht die Zeit am Deich der Gesellschaft von Gleichaltrigen vor. 
Kapitel 3
Er ist abergläubisch, so sieht er im Wattenmeer Erscheinungen, welche er als Geister interpretiert. Hauke verkehrt lieber mit Wind und Wasser und Einsamkeit als mit Gleichaltrigen.

Er hat ein Auge auf Elke geworfen, der Tochter des Deichgrafen. Er ärgert sich, dass der Oberdeichgraf Lob für den Deichgrafen hat, da er findet, dass er viel dazu bei getragen hat. Hauke ist gut in Mathematik und übernimmt darum schon alle wichtigen Berechnungen für den Deichgrafen, auch wenn er nur Kleinknecht ist. Dies macht ihn sehr unbeliebt beim Großknecht Ole Peters, der sieht das Hauke all das macht, was der Deichgraf selbst machen sollte oder müsste. ( Kapitel 5).

Er lässt sich widerwillig zur Teilnahme am Boßel Tunier überreden, auch wenn er fürchtet durch Ole Peters, der dort als Schiedsrichter fungiert, ungerecht bewertet zu werden. Elke schafft es ihn zu motivieren ( Kapitel 6).

Hauke focusiert sich auf sein Ziel, Deichgraf zu werden, immer fester. Er beginnt sich im Laufe der Zeit auch immer mehr seine Gefühle für Elke zu entdecken. Jedoch entwickelt er auch einen Argwohn gegen andere Menschen, er merkt, dass viele Leute gegen ihn sind. Man kann sagen, dass Hauke ausdauernd ist, da er sowohl an Elke als auch an seinem Plan Deichgraf zu werden über Jahre festhält. Er lässt sich auch nicht von anderen Verlockungen ablenken. Zudem kann man behaupten, dass er sehr pflichtbewußt ist „es schien ihm selbstverständlich, die Arbeit von Elkes Vater mitzutun.“ ( Kapitel 8).

Zu Beginn des 9. Kapitel ist Hauke 24 Jahre al. Er wird in diesem jungen Alter Deichgraf und dies wird er, da sich Elke bei der Beerdigung ihres Vaters stark für ihn einsetzt. Er selbst ergreift dabei nicht Partei, sondern lässt Elke die Wortführung.

Als er die Stellung des Deichgrafen übernommen hat arbeitet er viele Rückstände auf und macht ersteinmal Grund in das Geschäft, das er von Elkes Vater übernommen hat. Er arbeitet sehr hart und ist aber dabei zufrieden. Er regt sich über das Geläster, welches im Dorf über ihn statt findet, auf, jedoch kann Elke ihn beruhigen. Diese Lästereien regen ihn sogar so sehr auf, dass er beschließt es allen zu zeigen und das er die ehrgeizige Pläne mit dem Deichbau schmiedet. ( Kapitel 10).


Nachdem er den Plan der Eindeichung gefasst hat, geht er zunächst auf Nummer sicher. Er durchdenkt alles sehr sorgfältig und gründlich und arbeitet die Pläne genau aus. Er will sich sicher sein, bevor er irgendwelche Anträge stellt. Er reicht seine Pläne erst ein, nachdem sie gut durchgedacht sind ( Kapitel 11 ).

In Sachen Deichbau bleibt er schließlich dran und hinterfragt auch seine Gedanken kritisch. Er vertraut auf Gott und hofft, dass dieser ihm und Elke noch ein Kind schenken möge. Man erkennt, dass er sehr tierlieb ist, so kauft er einen alten Schimmel, obwohl dieser ihm zunächst kränklich erscheint und wünscht sich, dass dieser gedeihen möge und sich gut entwickeln möge ( Kapitel 12 ).

In der Bevölkerung mehren sich die kritischen Stimmen gegen ihn, dies erschöpft ihn sehr. Er legt bei den Abstimmungen dennoch Wert auf die Neutralität der Geschworenen, auch wenn er deren Entscheidungen zu seinen Gunsten beeinflussen könnte. Dies zeigt, dass Hauke die Regeln der Gemeinschaft und dessen Gedeihen über die eigenen Interessen stellt. Er freut sich außerdem über die Fortschritte seines Projektes und übernimmt für das Gedeihen auch Verantwortung ( Kapitel 13).

Hauke bangt sehr um seine Frau, als diese im Kindbettfieber liegt. Dies lässt ihn sogar zu Gott beten, weil sie das Wichtigste für ihn sei. ( Kapitel 14).

Als man schließlich nicht nur schlecht über ihn redet, sondern auch noch gegen ihn predigt, hat er Angst, dass Elke ihn verlassen könnte und versichert sich ihrer Treue. Er braucht hierbei noch ihre Bestätigung. Die Kritik aus der Gesellschaft lassen ihn einsam werden und leicht verbittern. Als die Arbeiter einen lebenden Hund in den Deich einbauen wollen, setzt sich Hauke persönlich für dessen Überleben ein und nimmt ihn sogar zu sich. Er schenkt ihn seiner Tochter Wienke. Hier sieht man wieder deutlich wie tierlieb er ist ( Kapitel 15), auch wenn das Leben eines streunernden Hundes bei seinen Männer Nichts gilt.

Hauke vereinsamt immer mehr, er lebt mit seiner Frau glücklich, hat aber sonst kaum Kontakte ( Kapitel 16).

Er liebt seine Tochter, obwohl diese schwachsinnig ist und er muntert auch Elke auf, wenn diese über diesen Umstand betrübt ist. Er hasst es, dass Trine seiner Tochter Sagen erzählt und mag solche Abergläubischen Erzählungen nicht hören. Im Gegenteil, er merkt an „Gott ist überall“. Die Angst seiner Tochter vor dem Wasser ist ihm fremd ( Kapitel 17).

Bereits als er den Deich begeht hat er eine Ahnung der kommenden Ereignisse, ihm ist jedes Mal ungut zu Mute, wenn er über die ausgebesserte Stelle am Deich geht. Die Krankheit, das Marschfieber, unter der er litt, hatte ihn jedoch so nachhaltig geschwächt, dass er sich nicht in der Lage sah Ole Peters von den Lahnungen zu überzeugen. Statt dessen gibt er, entgegen seiner Überzeugungen nach. Er sieht beim zweiten Mal, als er den Deich ansieht, auch die Schäden am Deich als nicht mehr so gravierend an. Hier kann man sagen, dass ihn seine Urteilsfähigkeit und sein einst vorhandener Elan verlassen hat und das er nun geschwächt war ( Kapitel 18 ).

Als der Deich bricht gibt er sich als erstes die Schuld an dem Unglück und sieht darin sein eigenes Versagen ( Kapitel 20 ).

Hauke kann man als liberalen und fortschrittlich denkenden Menschen bezeichnen, dies isoliert ihn von der konservativ denkenden Bevölkerung, die sich dem Aberglauben verschrieben hat. Er muss gegen diese Menschen ankämpfen und kann den herrschenden Glauben und Aberglauben nicht akzeptieren.- ER ist der Vertreter der Naturwissenschaften und des Realismus in der Novelle der Schimmelreiter. So wehrt er sich denn auch gegen den Aberglauben, dass man etwas Lebendes in den Deich eingraben müsse, jedoch erfüllt er paradoxerweise diesen Aberglauben selbst, indem er sich als Opfer in die Fluten wirft, nachdem der Deich gebrochen ist.

Die Hauptfigur ist nicht in der ganzen Erzählung gleich, vielmehr durchläuft Hauke verschiedene Entwicklungsstufen, die zum Aufstieg und darauf hin zum Abstieg führen. Zunächst ist er ein einfacher Mann mit einer mittleren Bildung und entwickelt sich durch eigene Kraft und eigene Mühen zu einem gelehrten Mann. Er eignet sich selbst die Basis für seinen späteren Erfolg an. Im Verlauf der Novelle muss sich Hauke mehrfach beweisen und steht immer wieder vor sehr schweren Aufgaben. Er wird zwar von seinem Vater zunächst an körperliche Arbeiten heran geführt, da diesem das geistige Interesse Haukes ein Dorn im Auge ist, jedoch bleibt Hauke seiner Neigung zu geistiger Arbeit treu. Er wird durch seine intellektuelle Leistungsfähigkeit zwar beruflich erfolgreich, indem er Deichgraf wird, jedoch führt dies auch dazu dass er vereinsamt.

Hauke ist gewissenhaft und stellt seine Arbeit immer über seine Familie, was jedoch von Elke, seiner Ehefrau unterstützt wird. Er übernimmt bis zur letzten Seite des Buches Verantwortung für sein Handeln, so stürzt er sich am Ende in die Fluten, weil er sich schuldig am Niedergang des Deiches fühlt. Innerhalb der Ehe ist Hauke ein liebender und fürsorglicher Vater, auch wenn er anderen Menschen gegenüber zusehens Unmut empfindet und sich von ihnen abwendet. Er ist ehrgeizig und zielstrebig und auch sehr sorgfältig und genau, was man an seinen Planungen für den neuen Deich erkennen kann, die er einer gewissenhaften Prüfung unterzog bevor er sie einreichte. Zudem ist er ein Kämpfer, der erst aufhört, wenn er sein Ziel erreicht hat. Er kämpft gegen alle Widerstände und setzt sich auch mit dem schweren Thema Mathematik auseinander, sogar in einer Sprache, die ihm nicht geläufig ist. Nichts kann Hauke aufhalten.


Hauke hat jedoch neben der gewissenhaften Seite und der treusorgenden Art für seine Familie da zu sein auch eine Schattenseite. Er ist misstrauisch und mag die anderen Menschen in seiner Umgebung nicht, außerdem ist er launisch und meidet den Kontakt zu seinen Mitmenschen. Hinzu kommt dann noch, dass er aggressiv ist. So bewirft er nicht nur Strandläufer mit Steinen in seinen ersten Lebensjahren, sondern erwürgt auch noch den weißen Angorakater von Trine Jahn. 

Samstag, 30. Januar 2016

Tede Haien

Tede Haien ist der Vater von Hauke Haien, dem späteren Deichgrafen. Er will zunächst Hauke von seinen Interessen abbringen und ihn zu körperlicher Arbeit bringen. Erst später sieht er ein, dass Hauke wohl zu Deichgrafen geboren wurde und unterstützt seinen Sohn dann auch dabei. Er vererbt Hauke eine Fenne, die ihm nachher helfen soll dem Traum von Beruf als Deichgraf näher zu kommen. Denn schließlich braucht man als Deichgraf vor allem auch eigenen Grundbesitz. Somit kann man sagen, dass Tede Haien seinen Sohn dennoch unterstützt.

Kapitel 2
Es handelt sich um einen bodenständigen Mann, der das Interesse seines Sohnes an den geistigen Inhalten mit einer gewissen Skepsis betrachtet. Er sieht das Leben eher nüchtern und lässt sich in seiner Ruhe auch nicht erschüttern, als im Februar mehrere Leichen angeschwemmt werden.
Kapitel 3
Er ist hilflos, wenn es um zu viele Emotionen geht, da er mit der weinenden Trine Jans, die ihren toten Kater betrauert, sehr überfordert ist. Er findet dann aber eine bedächtige und umischtige Lösung. 


Freitag, 29. Januar 2016

Elke Volkerts

Sie ist die Tochter des Deichgrafen. Dieser ist schlecht in Mathematik, Elke selbst aber ist sehr gut und gilt im Dorf als ein kluges Mädchen. Sie ist ein rankes Mädchen, mit einem braunen, schmalen Anglitz und dunklen Brauen ( Kapitel 4).

Man beschreibt sie als ruhiges und heimatverbundenes Mädchen, das beim Vater aufwächst und dann zu Hauke geht. Faktisch bleibt sie also immer in ihrem Elternhaus wohnen und nimmt keine große räumliche Veränderung in ihrem Leben vor. Sie stellt sich immer zurück, zuerst zu Gunsten ihres Vaters, dann zu Haukes Gunsten. Auch wenn Sie über viel Können und Wissen verfügt, sie prahlt damit nicht oder will dafür nicht die Anerkennung, sondern überlässt dies anderen. Sie ist auch unter ihren Mitmenschen sehr angesehen.

Sie erkennt bereits früh, dass Hauke der Leistungsträger in der Arbeitsgemeinschaft zwischen ihrem Vater, dem Deichgrafen und den Knechten ist. Sie findet, dass er das Lob verdient hätte, nachdem der Oberdeichgraf die Arbeit des Deichgrafen lobt. ( Kapitel 5)

Sie überredet Hauke am Boßeln teilzunehmen, obwohl dieser eine ungerechte Bewertung durch Ole Peters fürchtet. Kapitel 6 Sie ist bei Hauke immer an seiner Seite, auch nachdem der Vater stirbt. Sie räumt für ihn auf und sorgt für ihn. Sie weiß zwar, dass Hauke sie als Frau haben will, aber gibt ihm zu verstehen, dass es noch nicht so weit sei und das er noch warten müsse ( Kapitel 7 und 8 ).

Elke ist gläubig und gottesfürchtig, sie betet das Vater Unser mit Hingabe und Inbrunst. Sie setzt sich auch für Hauke ein, als es darum geht Deichgraf zu werden. Sie tritt dabei vor den Oberdeichgraf und verspricht ihm sogar ihren Grundbesitz an Hauke abzugeben, damit dieser Deichgraf werden kann. Sie will sich eigentlich an die gesellschaftlichen Regeln halten, jedoch stellt sie Haukes Wohl über alles Andere, so hätte sie zwar nach dem Tod ihres Vaters eigentlich das Trauerjahr eingehalten, aber wollte dann dann doch lieber, dass Hauke Deichgraf werden kann. Somit kann man sagen, dass Elke Haukes Wohlergehen wichtiger ist, als die Regeln der Gesellschaft ( Kapitel 9).

Sie berät Hauke mit viel Sachverstand und Kompetenz, als er ihr von seinen Plänen für den neuen Deich berichtet. Sie stellt kluge Fragen, die ihm helfen Lücken in seinen Ideen zu finden. Sie berichtet auch vom Aberglauben, dass in den neuen Deich immer ein lebendes Wesen eingemauert werden soll. Das sollen die Knechte berichtet haben. ( Kapitel 10)
Als Frau des Deichgrafen ist sie skeptisch was Haukes Pläne angeht, aber untersützt ihn als Frau an seiner Seite ( Kapitel 12 ). Ihr Bedauern keine Kinder kriegen zu können ist sehr umfassend und tief ( Kapitel 12 ).

Sie steht fest zu ihrem Mann Hauke, nachdem sie diesen geheiratet hat ( Seite 13). Nach neun Jahren Ehe, in denen sie unter ihrer Kinderlosigkeit gelitten hat, gebährt sie Hauke ein Kind. Nach der Geburt leidet sie unter Kindbettfieber und kommt dann nur sehr langsam wieder zu sich ( Kapitel 14).

Auch als es Schwierigkeiten gibt und man sogar gegen Hauke predigt ist sie immer an Haukes Seite und steht unzweifelnd zu ihrem Mann ( Kapitel 15).

Sie ist nach Wienkes Geburt sehr traurig darüber, dass sich Wienke nicht normal entrwickelt und dass sie immer ein Kind bleiben wird, wie Elke es formuliert ( Kapitel 17 ).

Elke ist treu bis in den Tod, sie folgt Hauke, gemeinsam mit Wienke auch an den stürmischen Deich, obwohl sie in ihrem Haus in Sicherheit sein könnte. Sie ist bereit mit Hauke zu sterben ( Kapitel 20 ).


Donnerstag, 28. Januar 2016

Tede Volkerts

Er ist der Deichgraf und hat eine Tochter Elke. Dieser verfügt über zwei Knechte, einen Kleinknecht und einen Großknecht. Als er Ärger mit seinem Kleinknecht hat stellt er Hauke Haien ein. Er hat hat eine tiefe Bärenstimme ( Kapitel 5) und ist der wichtigste Mann im Dorf ( Kapitel 6), dass er eine eine hohe Stellung im Dorf ( Kapitel 9) hat, erkennt man daran, dass die Beerdigung im großen Stil von Statten geht. 

Mittwoch, 27. Januar 2016

Trine Jans

Kapitel 3
Sie hängt sehr an ihrer Katze und hat diese von ihrem Sohn geschenkt bekommen. Der ist Matrose und war ihr ein und alles bis er vor Jeversand ertrank (?) Die alte Frau hat graue Haare und ist krank, so ist von der Gicht gezeichnet. Sie zieht Enten neben ihrem Haus auf und will einen neuen Stall bauen. Hierfür sammelt sie Material ( Kapitel 6), jedoch scheitert die Zucht an den Ratten. Sie bietet Hauke Alkohol an, als sie beim Boßeln sind.

Später ( Kapitel 16), inzwischen 80 Jahre alt, lebt sie bei Hauke Haien auf dem Hof. Sie ist zunächst sehr undankbar und verbittert und verübelt ihm noch immer den Tod ihres geliebten Katers. Die Freundschaft mit Wienke festigt sich und sie hat Freude an der Bekanntschaft mit dem kleinen Mädchen.

Sie ist abergläubisch ( Kapitel 17 ) und erzählt Wienke unter anderem die Sage von den Wassergeistern. Dies gefällt Hauke Haien nicht. Die Freundschaft zu Wienke lässt sie wieder mobiler werden und mehr am Leben teilhaben. 

Dienstag, 26. Januar 2016

Der Schimmelreiter - Carsten und Iven

Carsten und Iven
Beide beobachten zusammen das Pferd auf Jeversand und fahren herüber um sich von der Existenz des Pferdes zu überzeugen. Sie sind beide in Angst und Schrecken, jedoch ist Iven von dem Pferd von Hauke sehr verängstigt. Ihn schockiert das so sehr, dass er sich sogar eine neue Dienststelle sucht. Er erzählt überall von dem Schimmel, der direkt aus der Hölle kommt. Iven glaubt aber nicht, dass der Schimmel von Hauke der Schimmel sei, den sie auf der Hallig gesehen haben.
Iven Johns
Er ist der Knecht, der sich mutig auf die Suche nach dem Gerippe macht ( Kapitel 9 und 10), der aber auch ein wenig abergläubisch ist.Der Knecht tratscht bei seinem neuen Chef Ole Peters, dass das Pferd vom Teufel sei.
Carsten

Carsten ist abergläubisch ( kapitel 13 ) und denkt das Gerippe von Jeversand sei nun der Schimmel des Deichgrafen.


Montag, 25. Januar 2016

Der Schimmelreiter - Deichgraf in der Wirtschaft

Deichgraf in der Wirtschaft

Der Deichgraf sitzt mit dem Schulmeister im Wirtshaus, als der Erzähler kommt. Er bildet die innere Rahmenhandlung und ist ein freundlicher und offener Mann. Er fordert den Schulmeister auf die Geschichte zu erzählen, jedoch lässt er an der Person des Schulmeisters Zweifel aufkommen. Er hält diesen für zu rational, bemängelt das der Schulmeister keinen Sinn für das Übersinnliche habe.

Der Deichgraf nimmt eine wichtige Funktion in der Novelle ein. Dieser hinterfragt noch einmal die Erzählungen des Schulmeisters und gibt dem Leser klar zu verstehen, dass Unmögliche doch in Erwägung zu ziehen, da der Schulmeister ja alles mystische weg rationalisert bildet der Deichgraf eine Art Gegenpol in der Rahmenhandlung.


Sonntag, 24. Januar 2016

Vollina Harders Der Schimmelreiter

Vollina Harders

Sie ist die füllige und grobe Frau von Ole Peters. Sie tanzt auf dem Boßelball mit ihrem späteren Mann Ole. Elkes Vater kann Vollina nicht leiden, da er sie beschuldigt ihm Gänse gestohlen zu haben.

Vollina ist die Tochter des Deichgevollmächtigten Jeß Harders. 

Dienstag, 19. Januar 2016

Jewe Manners

Der angesehene Deichgevollmächtigte Jewe Manners ist im Dorf als rechtschaffender und tüchtiger Mann bekannt. Alle schätzen ihn sehr. Er ist Elkes Pate und alle sehen in ihm einen guten Deichgraf. Er wäre ein sehr guter Deichgraf gewesen und kennt sich mit den Deichangelegenheiten gut aus. Dem steht aber sein Alter gegenüber. Er setzt sich dafür ein, dass Hauke das Amt bekommt ( Kapitel 13) als es darum geht die Eindeichugn vorzunehmen ist er auch ein Fürsprecher für diese Pläne. Er ist Elkes Pate und arbeitet eng mit Hauke zusammen. Er setzt in Hauke großes Vertrauen, auch wenn dieser noch sehr jung ist und traut Hauke auch die schweren Aufgaben ohne Weiteres zu. Er gibt zu allem seinen Segen, von der Eindeichung bis hin zu der Hochzeit mit Elke. Als er stirbt ( Kapitel 15) übernimmt Ole Peters seine Position.

Sonntag, 17. Januar 2016

Ole Peters

Ole Peters
Ole Peters ist der Großknecht auf dem Hof des Deichgrafen, als Hauke als Kleinknecht seine Arbeit beginnt. Er mag Hauke von Anfang an nicht, ist selbst ein sehr tüchtiger Mann und gilt als maulfertiger Geselle, das heißt er kann gut reden. Er mochte den alten Kleinknecht lieber, als dessen Nachfolger Hauke, auch wenn der alte Kleinknecht sehr viel Alkohol getrunken hat. Er spricht von Hauke als den Schreiberknecht, der nicht zupacken kann, sondern mehr in der Stube sitzt und schreibt ( Kapitel 5). Er wird Schiedsrichter beim Boßeln der Marsch gegen die Geest ( Kapitel 6).
Auch später lässt er an Hauke kein gutes Wort und lästert über ihn (Kapitel 10), dass dieser nur wegen seiner Frau Elke Deichgraf geworden sei. Er misstraut Hauke und unterstellt ihm habgierige Motive, so nimmt er an, dass Hauke ihm zuerst mit voller Absicht seine Anteile abgenommen hat, um dann danach den Deichbau anzuordnen, welcher aus dem zeitweilig überspülten Vorland dann wertvolles Koogland macht. Dies sagt er auch laut auf der Versammlung ( Kapitel 14). Er wird nach dem Tod von Manners Deichgevollmächtigter, also der Mann an Haukes Seite. Er gehört nach Aussage von Hauke zu den Wichtigen, aber nicht zu den Klugen ( Kapitel 15).
Er streitet sich dann auch noch mit Hauke darüber welche Maßnahme zur Reparatur des Deiches angemessen ist. Dieser hatte durch die Stürme des Winters Schäden an der Grassode davon getragen und Ole Peters plädiert für die günstigere aber weniger nachhaltige Methode den Deich auszubessern, während Hauke für eine Lahnung wäre.
Als im Sturm der Deich zu brechen droht befielt er das Graben in der Rinne des neuen Deiches ohne die Absprache mit Hauke. Er handelt also vollkommen eigenmächtig.


Ole Peters ist nicht so klug wie Hauke und sieht in der ganzen Novelle Hauke als seinen Feind an. Zwicshen ihnen entsteht keine fruchtbare Zusammenarbeit. Er versucht mehrfach Intrigen gegen Hauke in die Wege zu leiten. Zunächst ist er in der unteren Gesellschaftsschicht, ebenso wie Hauke. Er steigt aber durch seine Heirat mit Vollina Harders auf und setzt schließlich auch durch, dass die Bruchstelle nicht saniert, sondern nur ausgebessert wird. Ihn trifft also eigentlich eine Mitschuld. 
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