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Montag, 9. Mai 2016

Aquis submersus alles Wichtige auf einem Blick

Inhaltsangabe


In der Novelle Aquis submersus erzählt der Erzähler der Rahmenhandlung die Geschichte des Malers Johannes, welche er anhand von dessen Tagebuch Aufzeichnungen nachvollzieht. Beide Männer verbindet, dass sie sich auf der Koppel eines Pfarrhauses befunden haben, jedoch ist der Ich Erzähler der Rahmenhandlung viel später dort. Dieser spielt dort immer mit dem Sohn des Pastors.

Der Ich Erzähler ist fasziniert von einem Bild, welches sich in der Kirche befindet wo er häufig zu Gast ist. Auf dem Bild sieht man einen toten Jungen und das Bild trägt die Inschrift CPAS. Erst viel später, nachdem er ein Studium absolviert hat und wieder in seinen Heimatort zurück kehrt, kommt er dahinter was es mit dem geheimnisvollen Bild auf sich hatte.

Diese Umständen werden von der Binnenhandlung besprochen. Diese behandelt den Kunstmaler Johannes, der 1661 zu seinem alten Gönner Gehardus aufbricht. Dies ist kein leichtes Vorhaben, da die Reise noch gefährlich ist. Denn die Welt ist von den Spuren des Krieges gezeichnet und er ist darum sehr gefährdet überfallen zu werden.

 Als Johannes auf dem Hof eintrifft wird er von seinem Vertrauten, dem alten Diedrich in Empfang genommen. Dieser überbringt ihm die Nachricht, dass sein alter Gönner Gerhardus gestorben ist.  Johannes trifft auf die Kinder seines Gönners, Junker Wulf und dessen Schwester Katharina. Während letztere ihn freudig empfängt gibt Junker Wulf klar zu verstehen, dass er nun der neue Hausherr ist und fordert Johannes auf für die Ahnengalerie ein Bild von Katharina zu malen. Diese soll die Familie verlassen und heiraten.

Johannes macht wie ihm befohlen und die liebevollen Gefühle, die er zu Katharina hat und umgekehrt lassen sich nicht verbergen. Sie soll aber einen Mann heiraten, der den höheren Stand inne hat, den Freund von Junker Wulf und den alten Feind von Johannes Junker von der Risch.

Katharina möchte nicht heiraten, so bittet sie Johannes ihrer Verwandten eine Nachricht zu überbringen, in der sie diese um Hilfe ersucht. Da Johannes einen Rahmen für das zu malende Bild in Hamburg kaufen will, macht er einen Umweg über Preetz. Dies kommt aber heraus. Johannes findet noch einmal den Mut bei Junker Wulf um Katharinas Hand an zu halten, obwohl dieser sehr agressiv ist.

Johannes wird schwer verletzt und als er wieder zu sich kommt ist Katharina verschwunden. Sein Kummer darüber ist grenzenlos und er beginnt nach einer Suche nach ihr sich wieder dem normalen Leben zu widmen. Ihn zieht es zu seinen Bruder, wo er den Auftrag bekommt ein Lazerus Bild zu malen. Dies soll er für den Pastor einer naheliegenden Gemeinde anfertigen.

Er begibt sich dort hin und lernt den Pastor und dessen Sohn kennen, welcher ebenfalls Johannes heißt. Erschrocken muss Johannes feststellen, dass es sich bei dem Jungen um seinen gemeinsamen Sohn mit Katharina handelt. Als die beiden Liebenden wieder aufeinander treffen passen sie nicht auf und Johannes, der Sohn, ertrinkt auf der Pfarrerskoppel.

Der Pastor ist außer sich und lässt Johannes das Bild malen und dies mit CPAS versehen. So deckt sich die Geschichte nach und nach auf.


Interpretation

Die Novelle ist eindeutig als Novelle zu identifizieren. Die Geschichte hat eine Einbettung in eine Rahmenhandlung, wie dies ganz typischerweise bei Novellen der Fall ist. Dieser Rahmen wird durch den ersten Ich Erzähler gebildet, der sich die Aufzeichnungen des Malers Johannes durchliest. Diese Aufzeichnungen können so auch größere zeitliche Sprünge enthalten. Die Aufzeichnungen sind in zwei Teile gegliedert, die jeweils in verschiedenen Büchern stehen. Die Binnenhandlung wird also durchbrochen, indem der Ich Erzähler das erste Buch beendet und mit dem zweiten Buch beginnt. Dies ist der Fall um mehr Spannung zu erzeugen und auch um den großen Zeitsprung elegant bewerkstelligen zu können.

Aquis Submersus hat auch noch ein ungewöhnliches und außerordentliches Ereignis, welches ja laut Goethe ein Indiz für eine Novelle ist. Dabei handelt es sich um das Ertrinken des Sohnes. Zudem existiert ein Dingsymbol, dies kann man im Bild sehen, welches der Maler anfertigt, bzw. in mehreren Bildern.

Die Sprache in der Erzählung ist selbst für damalige Zeiten altertümlich. Storm empfindet in seinen Aufzeichnungen des Johannes die Sprechweise und Schreibweise der  Zeit nach, in welcher Johannes lebt. Dies ist im Zeitraum um 1661 der Fall. So verwendet er auch Begriffe, die man zu Storms Lebzeiten schon als veraltet empfand. Begriffe wie Junker oder vergleichbare Begriffe sind kaum  in Werken von Storm zu finden. Auffällig ist außerdem, dass jeder der Personen seine eigene Sprache hat und eine eigene Sprachmelodie hat.






























Montag, 25. April 2016

Über Aquis submersus

Storm schrieb die Novelle Aquis Submersus früher als den Schimmelreiter. Er brachte die Erzählung zunächst in einer Zeitschrift heraus, in der deutschen Rundschau. Sie erschien 1876. Später erschien die Novelle in veränderter Form als eigenständiges Buch. Dies war 1877 der Fall. 

Die Novelle stammt aus der Feder von Theodor Storm, der für seine Novellen mit einem heimatlichen Bezug bekannt war. Die Entstehung und Veröffentlichungszeit der Novelle fällt in die Epoche des Realismus, wofür es auch zahlreiche Hinweise gibt. Zwar sind die Erzählperspektiven der Binnenhandlung und der Rahmenhandlung beide in der Ich Perspektive angesiedelt, dennoch kann man die Novelle dem Realismus zurechnen: Die Handlung wird so objektiv dargestellt wie es nur möglich ist und die damalige Zeit mit all ihren Schwierigkeiten und politischen Unwegbarkeiten wird in der Novelle aufgegriffen. Trotz des hochemotionalen Inhalts der Novelle beschränkt sich Storm auf eine Darstellung, welche im Rahmen bleibt und somit auch als realistisch bezeichnet werden kann. 

Storms aufwändige und komplizierte Rahmenkonstruktion erlangt große Aufmerksamkeit. Diese Rahmenkonstruktionen für die Novellen wendete er häufiger an, sie ist auch im Schimmelreiter zu finden: Genau wie im Schimmelreiter schafft es Storm auch bei Aquis submerus eine Verbindung zwischen der Binnenhandlung und der Rahmenhandlung her zu stellen, indem er beide Handlungsteile an einem gemeinsamen Ort stattfinden lässt.  Bei Aquis submersus ist es die Koppel bei dem Pfarrhaus in dem Dorf nahe der Stadt, welche man als Husum sehen kann. Beim Schimmelreiter ist es der Dorfkrug, in dem der Ich Erzähler I einkehrt und die Geschichte des Deichgrafen durch den Schulmeister erzählt bekommt.

Donnerstag, 14. April 2016

Junker von der Risch Charakterisierung Aquis submersus

Junker von der Risch hat bereits Menschen viel Leid angetan. Man erfährt, dass er in Kiel bereits Leute erschossen habe und noch dazu einen Hang zu Waffen hat. Er sammelt diese.  Zudem berichtet der alte Diedrich über ihn, dass er Spaß daran hätte Menschen zu demütigen, so hätte er einen Mann im Unterhemd durch die Straßen geschickt, um dort zu geigen.

In der gesamten Novelle zeigt sich wie unfreundlich und untugendhaft Junker von der Risch ist. Er schreit den Wirt an und hat auch Kontakt zu Dirnen. Hier wird er sogar von seinem Freund und fast Schwager Junker Wulf ermahnt. Beide machen sich im Wirtshaus zunächst einen Spaß daraus den Kunstmaler Johannes zu verhöhnen und ihn dann zu bedrohen, nachdem heraus kommt, dass Johannes Botengänge macht.

Von der Risch scheint zu Katharina jedoch keine tiefen, romantischen Gefühle zu haben. Er wendet sich ohne Probleme einer anderen Frau zu nachdem seine ursprüngliche Braut Katharina von der Bildfläche verschwindet.

Storm lässt in von der Risch  jenen Teil der Bevölkerung erscheinen, den er auch in seinem persönlichen und realen Leben scharf kritisiert. 

Donnerstag, 3. März 2016

Orte und Reale Orte in Aquis Submersus

Storms Werke haben zum großen Teil einen starken regionalen Bezug. Dies brachte ihm auch den Ruf ein ein Heimatdichter zu sein. Für die damalige Zeit nicht gerade eine Auszeichnung. Erst mit den letzten großen Altersnovellen konnte er sich von diesem Ruf befreien. Man findet in Aquis submersus verschiedene Orte wieder.

Die Idee zu Aquis Submersus entstand bei Storm, da er in der Kirche von Drelsdorf, einem Ort nahe seiner Heimatstadt Husum zwei Bilder fand: Zum einen das welches die Pastorenfamilie zeigte und eins vom Sohn des Pastors mit der Inschrift„Henricus Bonnix, aquis incuria servi submersus obyt Ao 1656, 7 May, aetatis 10“  Übersetzt besagt die Inschrift, dass der Sohn Heinrich Bonnix  durch die fehlende Achtsamkeit des Dieners verstarb, verstarb, infolge der Unachtsamkeit eines Dieners im Wasser untergegangen, im Jahre 1656 am 7. Mai mit 10 Jahren . Quelle wikipedia

By Joachim Müllerchen (Joachim Müllerchen) [CC BY-SA 2.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en), GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Doch nicht nur dieses Bild inspirierte Storm. Auch die Dorfkirche im Buch ist einer realen Kirchen nachempfunden. Die Kirche von Hattstedt ( siehe Abbildung ) findet man in der Novelle wiedergegeben. Dieses urtümliche Gotteshaus wurde für Storm zur Kulisse des finalen Dramas. Hier verbrachte Storm selbst viel Zeit.

Storm verwendete für seine Novelle viele Quellen aus der Region als Inspiration. So zog er die Husumer Nachrichten hin zu und studierte die Kieler Tageszeitungen. 

Amsterdam galt zur damaligen Zeit als die Hauptstadt der Maler. Ein guter Grund für Storm den Hauptcharakter nicht nur zur Ausbildung nach Holland zu schicken, sondern ihn auch noch seine Flucht in Richtung Holland antreten zu lassen. 

Montag, 22. Februar 2016

Der Schimmelreiter alles Wichtige auf einen Blick

Kapitel 1

Erzähler I sitzt bei seiner Urgroßmutter und liest über den Mann, der am Deich entlang reitet in einem Buch.

Erzähler II Reitet den Deich entlang und gelangt an ein Wirtshaus, nachdem ihm am Deich der Schimmelreiter erschien.  Er hat dort ein Gespräch mit dem Deichgrafen und mit dem Schulmeister, dieser erzählt die Geschichte von Hauke Haien und den anderen Ereignissen.

Interpretation
 Rahmen I und Rahmen II werden eröffnet, sowie die Binnenhandlung 

Kapitel 2

Tede Haien ist der Vater des fähigen Deichgrafen. Hauke ist schon früh an Mathematik interessiert und eignet sich mit Hilfe einen holländischen Euklid die Grundlagen an. Hauke erkennt bereits früh, dass die Deiche nicht richtig gebaut sind

Kapitel 3

Hauke zieht es immer wieder hinaus zum Deich. Hier sieht er, obwohl er kein abergläubischer Mensch ist, Gestalten und Wesen im fernen Nebel.
Er wächst heran und lebt vor sich hin. Dabei tötet er den weißen Angora Kater von Trine Jans, da dieser ihm eine Beute streitig macht. Es kommt zu einem Eklat.

Kapitel 4

Dieser Eklat setzt sich fort. Hauke und sein Vater reden über den toten Kater. Es muss eine Entschädigung für Trine Jans her. Hauke soll nun ausziehen und man kommt zu den Schluss, dass man Hauke als Helfer beim amtierenden Deichgrafen bewerben kann. Dieser hat einen Kleinknecht gekündigt, welcher stark getrunken hatte. Es kommt zu einem Bewerbungsgespräch.

Kapitel 5 

Hauke bekommt die Stelle als Kleinknecht und hat in dem Großknecht Ole Peters einen Widersacher. Ole hasst ihn, da Hauke beim Deichgrafen großes Ansehen genießt. Dieser hat eine Schwäche im Rechnen und lässt sich nur zu gern vom mathematikbegeisterten Hauke helfen. Hauke freundet sich auch mit der Tochter Elke des Deichgrafen an.
Als eine Deichinspektion durch den Oberdeichgrafen ansteht findet dieser lobende Worte. Es scheint offenkundig, dass diese Verbesserungen durch das zu tun von Hauke zu Stande gekommen sind.

Kapitel 6

Hauke ist nun in seinem dritten Dienstjahr
Es findet ein Eisboßel Tunier statt. Hauke nimmt nach einigem Zögern teil. Ole Peters ist Schiedsrichter

Kapitel 7

Fortsetzung des Boßeltuniers, Hauke kauft einen Ring für die Verlobung, trägt diesen fortan in seiner Westentasche. Der alte Deichgraf Tede Volkerts wird langsam kümmerlich.

Kapitel 8

Tede Haien, Haukes Vater, liegt im Sterben. Er vererbt Hauke eine Fenne und bringt ihm damit näher an die Position des Deichgrafen.
Hauke und Elke verloben sich.

Kapitel 9

Tede Volkerts stirbt. Auf der Beerdigung wird über seine Nachfolge gesprochen. Zunächst in Jewe Manners im Gespräch, der aber aus Altersgründen ablehnt. Durch diese Umstände geben Elke und Hauke ihre Verlobung bekannt und Hauke wird trotz seiner jungen Jahre der Nachfolger seines Schwiegervaters.

Kapitel 10

Elke und Hauke sind inzwischen verheiratet und Hauke ist Deichgraf geworden. Nach siebenjähriger Amtszeit, in der Hauke hart arbeitet und alles Versäumte des Vorgängers nachholen will, kommt es dazu dass sich harter Kritik von Ole Peters ausgesetzt sieht. Dieser ist inzwischen durch seine Ehe mit Vollina Harders gesellschaftlich aufgestiegen. Es geht um ein Stück Vorland, welches häufig überspült wurde. Da dies Ole Peters ein Dorn im Auge war hat er seine Anteile an Hauke gegeben. Nun fasst Hauke die Pläne für die Eindeichung, was ihm darum harte Kritik von Ole Peters einbringt.

Kapitel 11

Die Planungen sind im vollem Gange und Hauke bereitet sich gewissenhaft auf das Projekt Eindeichung vor.
Iven John und Carsten sehen auf Jeversand eine Erscheinung. Dort scheint ein Pferd herum zu gehen. Das Pferdegerippe, welches dort lag ist hingegen nicht mehr dort.

Kapitel 12

Sie entscheiden hinüber zu fahren und nach dem Rechten zu sehen. Beim Wegfahren sehen sie das geisterhafte Pferd, einen Schimmel, erneut.

Hauke kauft auf dem Markt ein Pferd, einen sehr abgemagerten Schimmel. Der Oberdeichgraf gibt grünes Licht für den Bau des neuen Deiches.

Kapitel 13

Der Schimmel wächst und gedeiht, er wird von den Bediensteten als unheimlich empfunden. Der Knecht kündigt und begibt sich in den Dienst von Ole Peters, wo er über seinen ehemaligen Dienstherren Hauke lästert.
Ende März wird der Befehl zur Eindeichung gegeben. Hauke wird für seine Entscheidung den Deich zu bauen stark kritisiert.

Kapitel 14

Der Deichbau geht gut voran und Ole Peters setzt seine Beschuldigungen von Kapitel 10 fort. Im November stoppt der Deichbau wegen des Wintereinbruch. Elke bekommt nach langem Warten endlich eine Tochter. Wienke ist zurück geblieben und wird dennoch von ihren Eltern geliebt.

Kapitel 15

Der Unmut in der Bevölkerung gegen Hauke wächst. Es wird sogar auf einem Gottesdienst gegen ihn gepredigt. Der Hengst entwickelt sich weiterhin gut. Die Bauarbeiten am Deich schreiten voran. Hauke rettet einen Hund, der von seinen Deichbauern in den unfertigen Deich bei lebendigem Leibe eingemauert werden soll. Er schenkt den Hund seiner Tochter.

Kapitel 16

Der Deich ist in der Fertigstellung. Eine Inspektion durch den Oberdeichgraf steht an und man ist voller Lob für Hauke und seine Arbeit.
Drei Jahre später hat sich der neue Deich auch bewährt, da er kaum Kosten für den Unterhalt und für die Instandsetzung gekostet hat.
Trine Jans lebt jetzt mit der Deichgrafen Familie auf dem Hof und sie freundet sich mit der Tochter Wienke an. Der gerettete Hund und Wienke leben ebenfalls dort.

Kapitel 17

Wienke ist noch immer zurück geblieben. Ihr macht das Wasser große Angst. Sie besucht Trine häufig und diese erzählt Wienke die Sage von den Wassergeistern. Dies unterbindet Hauke aber, da er keinen Aberglauben in seinem Haus will.

Kapitel 18

Hauke hat das Marschfieber und fantasiert. Es kommt ein Herbststurm und richtet einen Schaden am alten Deich an. Ole Peters möchte diesen Schaden nur notdürftig reparieren, Hauke hingegen möchte ihn vollständig sanieren. Ole Peters setzt sich durch, weil Hauke noch sehr schwach ist.

Kapitel 19

Man befindet sich im Jahr 1756
In diesem Jahr stirbt Trine Jans. Noch auf dem Sterbebett sieht sie den Untergang hervor kommen. Es herrscht ein starker Sturm und Hauke geht dabei hinaus zu Deich. Er denkt, dass Elke und Wienke in ihrem Heim in Sicherheit sind.
Er reitet mit dem Schimmel den Deich entlang, um die Sicherheit der Dorfbewohner zu gewährleisten.

Kapitel 20

Die Sturmflut erreicht den Höhepunkt. Hauke reitet den Deich entlang und sieht dort Männer den neuen Deich durchstechen. Als er sie befragt warum sie dies tun antworten sie, dass Ole Peters dies angeordnet hat und dadurch der alte Deich geschützt werden soll.

Der alte Deich bricht dann an jener Stelle, die zuvor schon Schaden genommen hatte. Hauke erkennt seine Schuld an den Ereignissen und wirft sich in die Flut. Elke und Wienke folgen ihm in den Tod, nachdem sie ihm an den Deich gefolgt sind.




Hauke Haien

  • Bereits früh an Mathematik interessiert
  • Widersacher Ole Peters
  • Wird zunächst Kleinknecht am Hof des Deichgrafen
  • Arbeitet sich dann zum Großknecht hoch
  • Verliebt sich in Elke
  • Verlobt sich dann mit ihr
  • Wird schließlich selbst Deichgraf
  • Arbeitet hart und sorgfältig
  • Steht unter Kritik im Dorf
  • Diese Kritik regt ihn an das Deichbauprojekt zu wagen
  • Auch hier kritisiert ihn Ole Peters
  • Nach Oles Gesellschaftlichem Aufstieg hat dieser mehr Einfluss auf Haukes tun
  • Hauke würde alles für Elke und Wienke tun
  • Er steht dem Aberglauben skeptisch gegenüber
  • Zieht sich im Verlauf der Novelle immer mehr von seinen Mitmenschen zurück
  • Er beugt sich später dem Druck von Ole Peters, obwohl der den Deich lieber saniert hätte = opfert sein Gewissen für seine Ruhe
  • Fühlt sich für den Untergang verantwortlich
Tede Haien

  • Vater von Hauke Haien
  • Ist ein praktischer Mann
  • Hilflos, wenn es um Gefühle geht ( Trine Jahns Trauer um ihren Angorakater )
  • Ist zunächst nicht von Haukes mathematischem Interesse begeistert
  • Später unterstützt er Hauke und übergibt ihm eine Fenne auf dem Sterbebett


Elke Volkets

  • Tochter des Deichgrafen
  • Haukes Frau
  • Mutter von Wienke
  • Steht immer treu hinter Hauke
  • Loyal bis in den Tod
  • Ist eine sehr kluge Frau
  • Mathematisch begabt
  • Beliebt und angesehen
  • Kümmert sich liebevoll um Hauke und Wienke und auch um Trine Jahn
  • Ist eine gute Beraterin, da sie Haukes Vorhaben der Eindeichung mit konstruktiven Fragen bereichert


Tede Volkerts

  • Deichgraf
  • Kann nicht gut rechnen, ist eigentlich ungeeignet für seinen Job
  • Sehr angesehener Mann im Dorf
  • Stirbt im Verlauf vom Buch
  • Stellt Hauke als Kleinknecht ein und befördert ihn irgendwann zum Großknecht
Ole Peters
  • Ist kein kluger Mann, aber hat Macht
  • Ist zunächst Großknecht und steigt dann gesellschaftlich auf durch seine Heirat mit Vollina Harders
  • Beschuldigt Hauke sich Vorteile zu verschaffen 
  • Kritisiert Hauke immer wieder
  • Wird später Deichgevollmächtigter


Montag, 1. Februar 2016

Realismus in der Literatur, Storms literarische Schaffenszeit

Die Epoche des Realismus erstreckte sich von 18 48 bis 1890 und zeichnete sich durch eine wirklichkeitsnahe Darstellung von Dingen und Personen oder von Ereignissen aus. Es handelt sich um eine bürgerliche Epoche, die stark unter dem wachsenden Einfluss der naturwissenschaften und der Mathematik stand. Man versuchte in der Literatur ein Verhältnis zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu schaffen und das Reale möglichst genau ab zu bilden. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Begriff res für Ding oder Sache ab^-

Der Schimmelreiter ist in so fern ein Werk des Realismus, als dass er sich bemüht hat die Wirklichkeit im rauen Nordfriesland so genau wie es nur geht ab zu bilden. Er wählte dafür intensive Naturdarstellungen und spiegelte die Landschaft, die er täglich sah, in seinen Werken wieder. Hier dominiert das Meer die Landschaft und die Stimmung in der Geschichte.

Im Realismus gab es mehrere wichtige Strömungen, die aber alle der Epoche des Realismus zu zu rechnen sind
So gibt es den kritischen Realismus und den sozialistischen Realismus um nur einige zu nennen.

Als wichtige Merkmale kann man sagen, dass der Realismus mit literarischen Mitteln versucht die Wirklichkeit abzubilden und zu verarbeiten. Man nimmt reale Elemente, die man genauer beschreibt und bettet diese in fiktive Erzählung.

Die Novelle typisch für die Epoche des Realismus.
Neben Storm sind weitere bekannte Vertreter
Adalbert Stifter
Theodor Fontane
Charles Dickens
Flaubert
Dostojewski und viele mehr.






Dienstag, 19. Januar 2016

Jewe Manners

Der angesehene Deichgevollmächtigte Jewe Manners ist im Dorf als rechtschaffender und tüchtiger Mann bekannt. Alle schätzen ihn sehr. Er ist Elkes Pate und alle sehen in ihm einen guten Deichgraf. Er wäre ein sehr guter Deichgraf gewesen und kennt sich mit den Deichangelegenheiten gut aus. Dem steht aber sein Alter gegenüber. Er setzt sich dafür ein, dass Hauke das Amt bekommt ( Kapitel 13) als es darum geht die Eindeichugn vorzunehmen ist er auch ein Fürsprecher für diese Pläne. Er ist Elkes Pate und arbeitet eng mit Hauke zusammen. Er setzt in Hauke großes Vertrauen, auch wenn dieser noch sehr jung ist und traut Hauke auch die schweren Aufgaben ohne Weiteres zu. Er gibt zu allem seinen Segen, von der Eindeichung bis hin zu der Hochzeit mit Elke. Als er stirbt ( Kapitel 15) übernimmt Ole Peters seine Position.

Sonntag, 17. Januar 2016

Ole Peters

Ole Peters
Ole Peters ist der Großknecht auf dem Hof des Deichgrafen, als Hauke als Kleinknecht seine Arbeit beginnt. Er mag Hauke von Anfang an nicht, ist selbst ein sehr tüchtiger Mann und gilt als maulfertiger Geselle, das heißt er kann gut reden. Er mochte den alten Kleinknecht lieber, als dessen Nachfolger Hauke, auch wenn der alte Kleinknecht sehr viel Alkohol getrunken hat. Er spricht von Hauke als den Schreiberknecht, der nicht zupacken kann, sondern mehr in der Stube sitzt und schreibt ( Kapitel 5). Er wird Schiedsrichter beim Boßeln der Marsch gegen die Geest ( Kapitel 6).
Auch später lässt er an Hauke kein gutes Wort und lästert über ihn (Kapitel 10), dass dieser nur wegen seiner Frau Elke Deichgraf geworden sei. Er misstraut Hauke und unterstellt ihm habgierige Motive, so nimmt er an, dass Hauke ihm zuerst mit voller Absicht seine Anteile abgenommen hat, um dann danach den Deichbau anzuordnen, welcher aus dem zeitweilig überspülten Vorland dann wertvolles Koogland macht. Dies sagt er auch laut auf der Versammlung ( Kapitel 14). Er wird nach dem Tod von Manners Deichgevollmächtigter, also der Mann an Haukes Seite. Er gehört nach Aussage von Hauke zu den Wichtigen, aber nicht zu den Klugen ( Kapitel 15).
Er streitet sich dann auch noch mit Hauke darüber welche Maßnahme zur Reparatur des Deiches angemessen ist. Dieser hatte durch die Stürme des Winters Schäden an der Grassode davon getragen und Ole Peters plädiert für die günstigere aber weniger nachhaltige Methode den Deich auszubessern, während Hauke für eine Lahnung wäre.
Als im Sturm der Deich zu brechen droht befielt er das Graben in der Rinne des neuen Deiches ohne die Absprache mit Hauke. Er handelt also vollkommen eigenmächtig.


Ole Peters ist nicht so klug wie Hauke und sieht in der ganzen Novelle Hauke als seinen Feind an. Zwicshen ihnen entsteht keine fruchtbare Zusammenarbeit. Er versucht mehrfach Intrigen gegen Hauke in die Wege zu leiten. Zunächst ist er in der unteren Gesellschaftsschicht, ebenso wie Hauke. Er steigt aber durch seine Heirat mit Vollina Harders auf und setzt schließlich auch durch, dass die Bruchstelle nicht saniert, sondern nur ausgebessert wird. Ihn trifft also eigentlich eine Mitschuld. 

Sonntag, 10. Januar 2016

Der Schimmelreiter Orte und Personen und biographische Züge

Storm war erklärter Gegner der Religion und vom Aberglauben. Er mochte zwar Sagen, jedoch war ihm die hysterische Hörigkeit seiner Zeitgenossen der Kiriche und den Wahrsagern gegenüber oft zuwider
Die Orte in der Novelle kann man in der heutigen Zeit noch finden. Schlendert man durch die Hattstedter Marsch und den heutigen neuen Hattstedter Koog, so kann man erahnen, dass sich möglicherweise hier die Handlung vollzogen haben könnte. Das Gehörft des Deichgrafen Hauke und seiner Frau Elke scheint man in dem Hof des damals existierenden Deichgrafen Johann Iwersen-Schmidt wiederzuerkennen, genau so wie einige Personen des Hofes. Diese hatte, wie im Schimmelreiter auch, eine behinderte Tochter. Real gibt es heute einen ca 1200 ha großen Hauke Haien Koog, der sich zwischen Fahretoft und Ockholm befindet, im nördlichen Nordfriesland.
Eine ebenfalls real existierende Person, die im Schimmelreiter aufgeführt wird, ist die Person des Hans Momsen aus Fahretoft. Hauke Haien hat Züge von Hans Momsen, der als Mathematiker und Techniker im ersten Teil der Novelle erwähnt wird. Er baute viel selbst, unter Anderem Orgeln und Teleskope. Der lebte zwischen 1735 und 1811 und war selbst Landmann. Er war auch der Sohn eines Landmannes und hatte vielseitige Interessen. Er malte, zeichnete, lötete, drechseelte und beschäftigte sich auch mit Mathematik. Dies war seinem Vater ein Dorn im Auge, der seinen Sohn lieber als körperlich hart arbeitenden Menschen gesehen hätte. Wie Hauke in der Novelle der Schimmelreiter war auch Momsen fasziniert von der Mathematik. Er soll ein niederländisches Euklid Buch verwendet haben um sich die Grundlagen der Mathematik anzueignen.
Eine Person, welche real existierte und als Vorlage gedient haben könnte war der Deichbaufinanzierer Jean Henri Desmerciéres, dieser hatte sich für die neuen Profile der Deiche mit Ideen eingebracht. Er baute insgesamt drei Kööge in Nordfriesland, auf Nordstrand und in den Reußenkögen. Er

Weitere Fragmente sind in der Erzählung in der äußeren Rahmenhandlung enthalten. Hier kann man Storms Urgroßmutter Feddersen erkennen, die ein Haus in der Nähe des Husumer Hafens hat. Jedoch ist die Erzählung des ersten Rahmens nicht autobiografisch, sondern fiktiv und enthält lediglich Anspielungen auf vorhandene Personen und Orte. Im zweiten Rahmen jedoch ist eindeutig zu erkennen, dass der Mann der erzählt auf die Hafenstadt Husum, der Kreisstadt von Nordfriesland zureitet. 

Samstag, 9. Januar 2016

Entstehung von Der Schimmelreiter

Die Quelle für die Sage vom Schimmelreiter fand Storm bereits mit 20 Jahren, als er die Geschichte von einem mysteriösen Reiter in der Zeitung las. Hierbei hatte die Sagen ihren Ursprung aber nicht in Norddeutschland, sondern es ging um einen gespenstischen Reiter, der aus der Danziger Dampfboot von 1838 stammt. Dort spricht man von einem schwarz gekleideten Mann, der auf einem Schimmel reitet. Der Erzähler der Sage befindet sich auch hier in einem Wirtshaus, genau wie dies beim Schimmelreiter der Fall ist.

Storm ist begeisterter Novellenschreiber, er hat sich schon früh mit dem Schreiben von Novellen beschäftigt und sich auch mit dem auseinander gesetzt, was eine gute Novelle ausmacht. Er fordert, dass die Novelle dem Drama entsprechen soll und misst der Novelle einen hohen Stellenwert in der Literatur bei. Seine Novellen brachten ihm großen Ruhm sein, so war seine Novelle Immensee bereits zu seinen Lebzeiten erfolgreich. Storms antifeudaler Stoff, den er im Schimmelreiter verarbeitete kam ihm schon zu seiner Jugendzeit.

Die Novelle der Schimmelreiter ist die letzte und größte Erzählung aus der Feder Theodor Storms, sie begleitete ihn über sehr lange Zeit seines Lebens, angefangen von den ersten Vorüberlegungen bis hin zum konkreten Schreiben. Er hatte bereits 1885 die ersten Pläne für eine Deichsage, wie er in einem Brief an seine Tochter schrieb. Jedoch begann er erst im Jahr darauf mit dem Schreiben. Im Laufe des Schreibprozesses erkrankt Storm zunehmend, er litt unter Magenkrebs, jedoch gelingt es ihm noch zu Lebzeiten die Novelle fertig zu stellen. Das Echo auf sein Schaffen konnte Storm aber nicht mehr genießen, er verstarb noch vor der Herausgabe der Buchausgabe.

Der Schimmelreiter, das ist die Altersnovelle von Storm, welche auch seinen nationalen Ruhm begründet. Zuvor schrieb er Chroniknovellen, die auf historischen Vorbildern beruhten, jedoch bleib er bei diesen wenig gesellschaftskritisch. Und das obwohl Storm sehr wohl ein politischer Mensch war, der Krieg zwischen Deutschland und Dänemark war für Storm selbst ein großes Thema.

Im Schimmelreiter findet man Storms gesamte Lebenserfahrung und Leseerfahrung, sein Wissen, seine Schreibkenntnisse und seine einundhalb Jahre andauernden Vorstudien gebündelt. Er lieh sich im Zuge der Vorarbeiten Fachlektüre für den Deichbau aus und studierte auch alte Karte. Er las und sammelte Märchen, Sagen und Geschichten, verfasste ebenso welche. Bereits als junger Anwalt in Husum hatte er einmal eine Sage von einem Mann gelesen, der am Stand entlang reitet. Dieser Stoff faszinierte ihn und lies ihn nicht mehr los. Das er beim Schreiben totkrank war, das kann man in den mystischen Zügen der Novelle nur erahnen. Sie trägt etwas Düsteres, etwas Morbides, etwas Mystisches in sich. In seinem Umfeld glaubte kaum jemand, dass es Storm gelänge die Novelle noch vor seinem Tod zu beenden, zweitweise war er durch den Krebs an sein Bett gefesselt und litt unter starken Schmerzen. Mit fast 71 Jahren verlor er dann den Kampf gegen den Krebs und der Schimmelreiter wurde sein letztes Werk, sowie zugleich die Krönung seines Schaffens. Noch immer Sommer 1887 hatte er unter unmenschlichen Schmerzen an dem 232 Seiten starken Manuskript gearbeitet, welches er dann an den berliner Verlag schickte. Am Ende jedoch entschied er sich den Schluß noch einmal auf seine heutige Form hin um zu ändern. Er raffte die Handlungen, entfernte wörtliche Rede und gab dem Ende mehr düstere Stimmung. Zudem lies er auch Hauke allein mit sich ins Gericht gehen und entfernte einige Personen, mit denen er ursprünglich am Ende einen Dialog verfassen wollte.


Freitag, 8. Januar 2016

Aberglaube und Naturwissenschaft im Schimmelreiter



Aberglaube gegen rationale Vernunft
Die Novelle hat als grundlegendes Merkmal den Umstand, dass in ihr ein Konflikt thematisiert werden kann. Im Falle von der Schimmelreiter ist dies der Konflikt zwischen dem rationalen Denken und der Wissenschaft und dem Aberglauben. Dieser Konflikt zieht sich nicht nur durch die gesamte Binnenhandlung, sondern wird sogar im zweiten Rahmen noch thematisiert.


Hier fordert der Deichgraf den Schulmeister auf die Geschichte von Hauke Haien zu erzählen. Dieser gibt aber zugleich zu verstehen, dass er den Erzählungen des Schumeisters, der eine Rückblende in die Mittel des 18. Jahrhunderts vornimmt, nicht ganz Folge leisten kann, da er findet, dass diesem der Sinn für das Übersinnliche abginge. Dem Deichgrafen ist der Schulmeister zu wissenschaftlich, zu rational und zu wenig an Übernatürlichen Dingen interessiert, als dass er ihm eine vollständige Erzählung der Ereignisse überlassen will. Denn die Novelle, als Erzählung des Schulmeisters, enthält Elemente, die eine Übersinnliche Interpretation zulassen.


In der Binnenhandlung treten mehrfach solche Übersinnlichkeiten auf. Selbst Hauke Haien, der als das Rationale in Person in der Novelle dargestellt wird, bleibt von solchen Wahrnehmungen nicht verschont. Er sieht in seiner Zeit als junger Mann Gestalten am Deich, diese sind nordischen Seegeistergeschichten ( zum Beispiel aus Norwegen ) nachempfunden.
Ansonsten ist Hauke aber ein Realist durch und durch. Er verbietet sowohl das Eingraben des Hundes in den Deich, obwohl dies zur damaligen Zeit durchaus üblich war, als auch die Erzählungen von Trine Jans an seine Tochter. Er verbittet sich jegliches übersinnliche Gerede in seinem Haus.
Trine Jahns scheint hellseherische Fähigkeiten zu haben, sie sieht die Katastrophe vor ihren halb blinden Augen auftauchen. Sie ist es auch, die der Tochter von Hauke, Wienke, die Sagen von den Wasserfrauen erzählt.
Carsten und Iven sehen auf Jeversand ein Pferdegerippe und schließlich einen weißen Schimmel über die Hallig laufen. Man vermutet in Haukes Schimmel eine Manifestation des Gerippe auf Jeversand und die abergläubischen Stimmen vermuten, dass in dem Schimmel etwas teuflisches zu finden ist.
Eine weitere Sache, die im Schimmelreiter auf Aberglauben beruht, ist der Wille der Deichbauer etwas Lebendiges in den Deich ein zu bauen. Dieser Glaube fällt unter den Aberglauben, denn man glaube, dass nur so der Deichbau wirklich gelänge. Paradoxerweise hatten die Deichbauer recht, der Deichbau war in der Tat nicht erfolgreich, sondern mündete in der Katastrophe. Doch ob dies seine Ursache in dem fehlenden Opfer hat, das kann bezweifelt werden.
Weitere Themen im Schimmelreiter
Neben dem Konflikt von Glauben und Aberglauben gegen die Wissenschaft ist auch der Konflikt zwischen den Menschen innerhalb einer sozialen Gruppe ein Thema. Hauke wird durch seine Position, sein Wissen und seine Sicht der Welt zu einem Außenseiter, der von allen Seiten kritisiert wird und sich zunehmend unwohl fühlt.
Der offensichtlichste Konflikt im Schimmelreiter ist aber der Konflikt der Menschen gegen die Natur, da man als Mensch der Natur zuwider handelt, wenn man Deichbau betreibt. Im Zuge dessen wird der Meeresboden zu Land gemacht und das Meer wird gewaltsam mit Hilfe von Deichen und Lahnungen zurück gedrängt.



Donnerstag, 7. Januar 2016

Die Sprache des Schimmelreiters

Die Sprache  des Schimmelreiters ist einfach gehalten und beinhaltet kurze Sätze. Sie ist versehen mit wörtlicher Rede. Die Novelle enthält viele Begriffe, die eine lokale Relevanz haben, man könnte sagen, dass der Schimmelreiter eine lokale Färbung hat. Viele Dialoge sind in der Mundart Plattdeutsch verfasst. Die Erzählung enthält außerdem noch viele Fachbegriffe, die aus dem Küstenschutz, der Landgewinnung und dem maritimen Bereich kommen. So dürften Begriffe wie Koog, Priel oder Lahnung nur Küstenbewohnern ein Begriff sein.
Die Novelle enthält viel direkte Rede und drückt den Grundkonflikt Rationalität und Sachlichkeit gegen Glauben und Aberglauben auch in der Sprache aus.
Die Sprache im Schimmelreiter ist gebunden und in festen Rhytmen verfasst. Storm legte großen Wert darauf, dass die Novelle schön lesbar ist und griff dabei dann auch zu nicht ganz richtigen Wendungen und grammatikalischen Kniffen. Er opferte die richtige Ausdrucksweise zu Gunsten einer besseren Lesbarkeit.
Symbole in der Schimmelreiter


Wie in dem Abschnitt über die Novelle erwähnt, muss die Erzählung einige Symbole enthalten. Dies ist nach der Siluetten und Falken Theorie ganz wesentlich für eine Novelle. Die Erzählung der Schimmelreiter ist reich an Symbolen und über ein paar von ihnen soll hier erzählt werden.
Das Dingsymbol gehört nach der Falken Theorie zu den wesentlichen Merkmalen einer Novelle, wobei umstritten ist welches der enthaltenen Symbole das Dingsymbol ist. Viele Kritiker und Interpretatoren sehen in dem neuen Deich das Dingsymbol der Novelle. Dieser entsteht durch die langjährige Beschäftigung Haiens mit der Mathematik und entwickelt sich schließlich zu einem realen Objekt. Dies ist in seiner vollen Pracht, während Hauke auch seinen beruflichen Höhepunkt hat. Im Verlauf des Buches, in dem dann erste Stürme aufkommen bekommt auch Haukes Dasein Risse. Er verliert in der Dorgemeinschaft an Ansehen, die innere Haltung Haukes zu seinen Mitmenschen hat sich verschlechtert und er ist mehr und mehr im Rückzug begriffen. Am Ende zerstört sein Widersacher Ole Peters den neuen Deich, indem er eine Rinne hindurch graben lässt. Den alten Deich aber hat auch Ole mit auf dem Gewissen: Als der erste Wintersturm Schäden hinterlies war es auch Oles Widerspruch, der den Deichgrafen von einer vollständigen aber teuren Sanierung abhielt.
Die Esche ist ein immer wiederkehrendes Symbol. Der ehrwürdige Baum steht bereits weit vor Haukes Zeit auf dem Hof des Deichgrafen und wurde vom Großvater (?) des Deichgrafen Tede Volkerts gepflanzt. Die Esche taucht im Verlauf der Ereignisse immer wieder auf. Mal steht sie einfach majestisch da, mal sitzt Elke darunter, noch ohne Kind. Schließlich schaukelt die kleine Wienke an ihren Ästen und irgendwann peitschen ihre Zweige im Wind, als der Sturm auftaucht.
Die Tiere spielen in der Novelle eine besondere Rolle. Wienke hat zwei tierische Gefährten, einen Hund und eine Möwe, beide sind weiß. Dies gilt auch für das Pferd von Hauke Haien, den Schimmel. Mit dem Kauf des Tieres zieht das Böse und Ungute in die heile Welt auf den Deichgrafenhof. So ist der Schimmel auch weiten Teilen der Dorfbewohner sehr unheimlich. Wenn man den Aberglauben betrachtet, so kann man sagen, dass Hauke mit dem Schimmel auch das Unheimliche mehr und mehr nährt. Je agiler und gesünder der Schimmel wird, desto mehr nähert sich die Geschichte dem Untergang. Besonders die Tatsache, dass es sich bei allen drei tierischen Hausbewohnern um weiße oder helle Tiere handelt ist auffällig, so ist in der Mytologie bekannt, dass das Ermorden eines weißen Tieres Unglück bringen soll. Doch damit nicht genug auch der Angora Kater von Trina Jans war weiß, dieser wird von Hauke umgebracht. Er hat also nicht nur die Schuld für den Tod des Tieres auf sich geladen und sich in Gefahr gebracht Unglück durch das Ermorden eines weißen Tieres zu haben, sondern Triene Jahns selbst hat ihn dafür auch noch verflucht. Doch nicht nur die weiße Farbe ist allen Tieren gemein, sie sind auch nicht bis auf das Letzte zahm sondern haben alle noch eine Spur Wildheit in sich.
Die Möwe, der Schimmel, der Hund und der weiße Kater sind somit auch Symbole für die Gewalt des Menschen gegenbüer der Natur. Hauke tut dem Kater leid an, indem er diesen Erwürgt, so wie er das Land im Würgegriff hält, indem er dem Meer das Land durch die Deiche abtrotzen will. Im Schimmel gedeiht das dämonische und böse, jedoch steht der Schimmel in der nordischen Mytologie für etrwas heiliges. Hauke verwehrt der Natur ihr letztes Opfer, den Hund, als er diesen aus der schon für ihn gehobenen Grube holt. Es ist bei Naturvölkern nicht unüblich ein Opfer zu bringen und der Natur ein wenig von dem wieder zu geben, was man ihr genommen hat. Hauke aber verwehrt der Natur und Meer seinen Tribut und nimmt den Hund zu sich.



Dienstag, 5. Januar 2016

Deichbau in Nordfriesland Hintergrundinformationen zu Der Schimmelreiter

Deichbau in Nordfriesland
Der Deichbau hat im Norden Deutschlands eine lange Tradition. Bereits 1000 n Chr. Gab es schwere Fluten vor der Nordsee, die einen Deichbau erforderlich machten. Die Deichbauarbeiten konnten nur per Hand erfolgen und es war auch nur in den Sommermonaten möglich am Deich zu arbeiten. Damals gab es hauptberufliche Deichbauer, die immer von Baustelle zu Baustelle zogen, meist handelt es sich hierbei um Holländer. Dabei kamen auch das Plattdeutsche und das Boßeln in den Norden.

Bevor die Holländer kamen und es professionellen Deichbau in Nordfriesland gab, sah es in Sachen Küstenschutz nicht gut aus. Die Deiche waren nur rund einen Meter hoch und es handelte sich um Sommerdeiche, die Flächen wurden im Winter und in den Zeiten der großen Herbsstürme hingegen vollständig überspült.

Im 15. Jahrhundert war es dann üblich die Sommerdeiche durch Stackdeiche zu ersetzen. Haien hätten die Haare zu Berge gestanden, hätte er diese Profile gesehen, denn sie boten dem Wasser eine maximale Angriffsfläche. Es handelte sich nicht um flach zulaufende Erdanhäufungen, wie dies bei den heutigen Deichen der Fall ist, sondern dabei hatten die Stackdeiche eine Wand aus Holz zur See hin, welche steil zulief.

Als 1634 die zweite große Mandränke viele Todesopfer forderte versuchte man an der von Verlusten gezeichneten Küste neue Wege zu gehen. Jetzt bekamen die verarmten Bauern Angst vor der See, Deichbau Projekte wurden angestrebt und Investoren gesucht. Diese fand man in Holland, wo es schnell zu einem lukrativen aber riskanten Geldanlagemodell wurde in den nordfriesischen Deichbau zu investieren. Die Investoren wurden hofiert, sie kriegten Sonderrechte un gute Renditen, die Köge waren gute Anlagegebiete.

Mit den Niederländern kamen auch technische Neuerungen, so wurde die Schubkarre nach Nordfriesland gebracht und es gab Entwickler, die sich über die Aufmachung der Deiche Gedanken machen.
Die Profile der Deiche veränderten sich im Laufe der Zeit, so wie man dies auch im Schimmelreiter findet. Hier ist es Hauke, der neue Deichprofile ins Spiel bringt. Johann Claussen Rollwagen war es, der flache Profile für den Deichbau wollte.
Die neuen Techniken machten es möglich, dass man Landflächen komplett eindeichen konnte. Dies begründete sich auch dadurch, dass man Techniken fand, um die geschaffenen Kööge zu entwässern. Große Deichbauarbeiten erforderten aber auch große finanzielle Mittel, sie waren so teuer, dass es einem einzelnen Bauern nicht möglich war die Kosten zu tragen. So schlossen sich die Landwirte zu Kirchspielen zusammen. In Dithmarschen nannte man solche Verbände Geschlechter. Aus den kleinen Deichbau Projekten wurden wirtschaftlich relevante Belange, die längst keine Privatsache mehr waren. Die kleinen Gemeinden allein konnten hier auch nicht mehr viel entscheiden.

So kam es, dass im Zuge der wechselhaften Geschichte des Lande sich auch der Dänische König Christian VII mit einem 1800 erschaffenen Gesetz dem Deichbau annahm. Er lies die Stackdeiche durch Schardeiche ersetzten.

Die technischen Neuerungen zogen nun auch in den Deichbau ein, die Technisierung brachte große Fortschritte in Form von Eimerbaggern, die durch Dampf angetrieben wurden. Viel Handarbeit wurde nun überflüssig und die Effektivität wurde stark erhöht.

Die politische Wirkung des Deichbaus blieb auch den Nationalsozialisten nicht verborgen. Sie machten den Deichbau zum Heimatschutz und wollten mit Hilfe der Landgewinnung neuen Lebensraum erschließen. Es wurden umfangreiche Berichte verfasst, welche zu Probaganda Zwecken ausgenutzt wurden. Damals gab es sogar einen Adolf Hiltler kOog. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Mittel für den Küstenschutz drastisch zurück gefahren, da die Gelder für Flüchtlinge und Wiederaufbau benötigt wurden. Erst die großen Fluten 1953 ( Hollandflut) und 1962 Hamburger Flut rückten den Deichbau wieder ins Bewußtsein.

Heute ist das Thema Deichbau wichtiger denn je. Die steigenden Temperaturen auf der Erde bewirken einen Anstieg des Meeresspiegels, ganze Küstenregionen sind von Überflutung und Landverlusten bedroht.




Montag, 4. Januar 2016

Glossar Der Schimmelreiter


Glossar ( Begriffe die man erklären sollte )
Kapitel 1
  • Harde
  • Koog / Kooge
  • Wehle
  • Rick / die Ricks
  • Deichgraf
    Kapitel 2
  • Euklid
  • Fiebel
  • Haff
Kapitel 4
rank
Kälber börmen
dösig
Kapitel 5
Weert
Stieglitzer
Furke
Kapitel 6
Obmann
Kretler
Galimattias
Geest
Reif
taxieren
Kapitel 9
Pesel


Kapitel 13
Priesterhandel
Fenne
Kapitel 14
Konventikel
Seperatistische Konventikelwesen
Kapitel 15
Kajedeich
Interimsdeich
Heidenlehren
Kommisäre
Karriole
Wallach
Kapitel 16
Scheuer
Kapitel 17 Lerchen
Kapitel 18 Marschfieber
Plag
Sode
Lahnung
Kapitel 19
Hippokratisch
Lätare



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